Lufthansa, Air France und Emirates
Airlines fliegen nicht mehr über den Sinai

Nach Lufthansa und Air France will auch Emirates nicht mehr die ägyptische Sinai-Halbinsel überfliegen. Die Änderung der Flugrouten der drei Airlines soll gelten, bis die Ursache des Absturzes geklärt ist.

Scharm el-ScheichNach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel wollen mehrere Fluggesellschaften das Gebiet vorerst nicht mehr überfliegen. Die Airline Emirates gab ihre Entscheidung am Sonntag bekannt und folgte damit ähnlichen Ankündigungen von Lufthansa und Air France.

Das Bundesverkehrsministerium weitete unterdessen seine Warnung vor dem Überfliegen der Region aus. „Bisher bestand bereits eine allgemeine Warnung für den Norden des Sinai“, sagte ein Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. „Aufgrund der aktuellen Ereignisse hat das BMVI (das Ministerium) zusätzlich und bis auf weiteres eine umfassende Warnung für die Nutzung eines Flugwegs im Südosten des Sinai erlassen.“

Die Änderung der Flugrouten der drei Airlines soll gelten, bis die Ursache des Absturzes geklärt ist. Das Flugzeug war 23 Minuten nach dem Start im Badeort Scharm el-Scheich im Süden der Sinai-Halbinsel vom Radar verschwunden, die Trümmer wurden nahe der Mittelmeerstadt Al-Arisch gefunden. Alle Insassen sind tot.

Ein Wartungsinspekteur versicherte, der abgestürzte Airbus sei vor dem Start in gutem Zustand gewesen.

„Es war ein gutes Flugzeug“, sagte der ägyptische Inspekteur, der die Maschine vor dem Unglücksflug inspiziert hatte. Seinen Angaben zufolge hatte der Airbus A321-200 vor drei Monaten Probleme. Damals habe der Pilot den Start des Flugs wegen eines Systemfehlers abgebrochen. „Das ist aber fast Routine“, sagte der Inspekteur.

Die Chartermaschine der Fluggesellschaft Metrojet war am Samstag gut 20 Minuten nach dem Start in Scharm el-Scheich auf dem Weg nach St. Petersburg abgestürzt. Alle 224 Menschen an Bord kamen ums Leben. Bei den Opfern handelte es sich fast ausschließlich um Russen. Unter den Insassen waren auch vier Ukrainer und eine Person aus Weißrussland.

Ein Mitglied des ägyptischen Komitees für Zwischenfälle im Luftverkehr hatte am Samstag gesagt, dass der Pilot vor dem Abbruch des Kontakts zu den Fluglotsen technische Probleme gemeldet und gesagt habe, er wolle auf dem nächstgelegenen Flughafen landen. Ein russischer Fernsehsender zitierte am Samstagabend die Frau des Copiloten des Unglücksflugs mit der Aussage, ihr Mann habe vor dem Start über den technischen Zustand der Maschine geklagt.

Ein örtlicher Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat behauptete, das Flugzeug vom Himmel geholt zu haben. Das russische Verkehrsministerium wies dies jedoch zurück. Im Norden der Sinai-Halbinsel, wo sich der Absturz ereignete, sind islamistische Extremisten aktiv.

Die Änderung der Flugrouten der drei Airlines Lufthansa, Air France und Emirates soll gelten, bis die Ursache des Absturzes geklärt ist. Das Bundesverkehrsministerium warnte deutsche Fluggesellschaften vor einem Überflug des Nordens und Südostens der Sinai-Halbinsel.

Das russische Notfallministerium schickte mehr als 100 Spezialisten auf die Sinai-Halbinsel, um bei der Suche nach Leichen der Opfer zu helfen und Trümmerteile zu untersuchen. Seine Teams würden in der Gegend vom ägyptischen Militär begleitet, teilte das Ministerium mit. An den Ermittlungen zum Absturz sind auch Experten der französischen Untersuchungsbehörde BEA beteiligt. Dem Team anschließen sollen sich laut BEA auch zwei Ermittler der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, da die Maschine in Deutschland hergestellt wurde.

Die russische Flugsicherheitsbehörde Rostransnadsor stoppte vorübergehend alle Flüge von Metrojet. Die Gesellschaft müsse die Situation gründlich analysieren und alle Risiken abwägen, bevor am Montag eine Entscheidung darüber getroffen werde, ob die Airline Flüge wieder aufnehmen dürfe, hieß es.

Hunderte Menschen gedachten in St. Petersburg der Opfer des Unglücks. Sie brachten Blumen und Fotos zum Flughafen der russischen Stadt. Präsident Wladimir Putin hatte für Sonntag eine Staatstrauer ausgerufen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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