Personaldienstleister
Adecco bekommt lahmende Konjunktur zu spüren

Durch die konjunkturelle Verunsicherung in Teilen Europas schwächeln beim Personaldienstleister Adecco vor allem die Geschäfte in Deutschland und Frankreich. Die Aktie befindet sich im Sinkflug.
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ZürichDer Personaldienstleister Adecco spürt konjunkturellen Gegenwind in Europa. In den Monaten Juli und August wuchs der Weltmarktführer für Zeitarbeit zwar noch wie im zweiten Quartal organisch mit rund fünf Prozent. Im September hätten die Geschäfte aber weniger stark als üblich angezogen, teilte Adecco am Mittwoch mit. Grund sei die konjunkturelle Verunsicherung in Teilen Europas.

Betroffen waren vor allem Deutschland und Adeccos größter Markt Frankreich, wo der Konzern rund ein Viertel seines Umsatzes erzielt. Dort kam das Wachstum im zweiten Quartal zum Stillstand, nachdem die Umsätze im ersten Quartal noch um ein Prozent gewachsen waren. In Nordamerika laufe das Geschäft dagegen gut, betonte der Schweizer Konzern.

Anleger an der Börse zeigten sich enttäuscht: Die Adecco-Aktien verloren rund 3,5 Prozent auf 64,10 Euro und gab damit deutlich stärker nach als der europäische Vergleichsindex. Auch Analysten waren überrascht: „Angesichts dieser Angaben ist unsere Wachstumsschätzung von 6,4 Prozent für das dritte Quartal wohl etwas zu hoch angesetzt“, kommentierte die Bank Vontobel, die die Aktie aber weiter zum Kauf empfiehlt.

Adecco und Konkurrenten wie Manpower und Randstad gelten als Barometer für die wirtschaftliche Entwicklung, da die Firmen am Anfang einer Erholung vermehrt auf Zeitarbeiter zurückgreifen. Trotz der leichten Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds rechnet Adecco mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums im nächsten Jahr.

„Basierend auf diesen Aussichten und der anhaltenden Preis- und Kostendisziplin sind wir sind überzeugt, dass wir das Ebita-Margenziel von über 5,5 Prozent in 2015 erreichen werden“, gab sich der Konzern zuversichtlich. Im zweiten Quartal hatte Adecco eine Marge von 4,6 Prozent erzielt - der Umsatz war in Lokalwährungen um fünf auf 4,988 Milliarden Euro gestiegen, der Reingewinn um 15 Prozent auf 145 Millionen Euro.

Adecco veranstaltet am Mittwoch und am Donnerstag in Rom einen Investorentag.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Personaldienstleister: Adecco bekommt lahmende Konjunktur zu spüren"

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  • Diese ganzen Sklavenhändler sind überflüssiger als ein Kropf. Hier im Norden tun sie sich schon mit privaten Arbeitsvermittlern zusammen. Der private greift den Vermittlungsgutschein ab und vermittelt in Zeitarbeit. Gutes Geschäft für Beide, schlecht für Arbeitnehmer und die gesamte Gesellschaft.

    Hinzu kommt bei vielen die Praxis, das sie sich eine Übernahme beim Kunden in bar bezahlen lassen. Mit solchen Praktiken sind wir wieder beim Sklavenhandel angekommen.


    Und unsere ReGIERung tut wie immer... NICHTS!!!

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