Prüfdienstleister
Tüv Nord bleibt auf Rekordniveau

Deutsche Prüfdienste sind weltweit gefragt: Der Tüv Nord profitiert vom Auslandsgeschäft und legt bei Umsatz und Ergebnis zu. Probleme bereitet jedoch die Nachwuchswerbung.
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HannoverEin starkes Auslandsgeschäft hat dem Tüv Nord im Vorjahr glänzende Bilanzzahlen beschert. Deutschlands drittgrößte Tüv-Gesellschaft mit Sitz in Hannover erzielte 2012 ein um 22 Prozent gestiegenes operatives Ergebnis (Ebit) von 52,8 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Auch unterm Strich blieb der Konzern auf Rekordniveau: Nach 10,7 Millionen Euro 2011 waren es nun 30,1 Millionen Euro. Angesichts der geringen Verzinsungen am Kapitalmarkt kommt der komplette Überschuss erstmals der Finanzierung der Betriebspensionen zugute. Allein die heutigen Verpflichtungen für die 3500 Renter bezifferte das Management mit 45 Millionen Euro.

Der Umsatz des Konzerns mit seinen weltweit 10.000 Mitarbeitern lag 2012 bei 1,085 Milliarden Euro (plus 6 Prozent). „Der Ausblick für 2013 ist weiter solide, wir sind gut ins Jahr gestartet“, sagte Finanzvorstand Elmar Legge. Das Ergebnis im laufenden Jahr dürfte erneut über dem des Vorjahres liegen. Der Auslandsanteil des Tüv Nord liegt mittlerweile bei 25 Prozent. Vorstandschef Guido Rettig betonte, dass sich der Trend zur internationalen Ausrichtung der Gruppe fortsetze - auch im Bereich der alternativen Energien.

Große Hoffnung setzt der Konzern auf die Rohstoff-Branche oder den Bereich Aerospace, der in Madrid angesiedelt ist. Zu ihm gehört die Sicherheitsprüfung von elektronischen Satelliten-Bauteilen. „Wir sind überall da, wo Satelliten gebaut werden, unterwegs und bieten dort unsere Dienstleistungen an“, betonte Rettig. Wichtige Umsatzträger seien dabei China und Russland. Im Bereich Nukleartechnik ist der Tüv Nord auch in Südkorea und Südafrika aktiv. Im arabischen Raum gebe es ebenfalls enormes Potenzial. Rettig: „Wir sind guten Mutes, dass es dort zu zahlreichen Neugründungen kommen wird.“ Als Hoffnungsträger gilt auch der in diesem Jahr neu gegründete IT-Geschäftsbereich.

Rettig warnte jedoch davor, dass es zunehmend schwieriger werde, qualifizierte Ingenieure und Techniker zu finden. Deutschland müsse umdenken bei seiner Einwanderungspolitik, um den Experten-Zuzug zu erleichtern. Bei der Nachwuchs-Werbung seien schon Engpässe spürbar.

Die klassischen Aufgaben in der Anlagen-Sicherheit will der Tüv Nord weiter stärken. Die Mängelliste des Vorjahres sei überraschend groß, betonte die Gruppe: So sei lediglich ein Drittel aller geprüften Aufzüge mängelfrei gewesen, bei Druckanlagen waren es jedoch 80 Prozent aller untersuchten Geräte. Mehr als 300 Anlagen seien wegen gefährlicher Mängel sofort stillgelegt worden. Die Dunkelziffer sei zudem hoch.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nachwuchsprobleme?

    Wer geht denn freiwillig zu TÜV und Co?
    Diejenigen, die es lieber etwas ruhiger haben wollen und deren Qualifikation nicht ausreicht, bei BMW, Siemens und Co unterzukommen.

    Davon hat sich diese langweilige Branche nie erholt.

    Im übrigen sollte Nord mal auf sein Führungskräfterecruiting schauen. Da gibts noch mehr Nachholbedarf, wenn man sich schon bei abgehalfteten Pleitekandidaten bedienen muß.

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