Taxi-App
Uber ändert sein Geschäftsmodell in Deutschland

Uber lenkt im Streit mit Deutschlands Taxifahrern ein: Der Fahrdienst plant einem Medienbericht zufolge, sein Geschäft an die hiesigen Bestimmungen anzupassen – auch um weiter Einfluss auf die Politik nehmen zu können.
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New York/BerlinDer Fahrdienst-Anbieter Uber rückt im Streit mit dem deutschen Taxigewerbe deutlich von seinem bisherigen Geschäftsmodell ab. Wie die „Welt“ in ihrer Freitags-Ausgabe berichtet, will Uber aus seiner Smartphone-App Uber Pop in Berlin eine Mitfahrzentrale machen. Dabei sollen die Tarife massiv gesenkt werden. Darüberhinaus plane das Unternehmen der Zeitung zufolge, für seinen Edel-Chauffeur-Dienst Uber Black eigene Fahrzeuge zu kaufen.

Mit diesem Schritt würde Uber in Deutschland stark von seiner Geschäftspraxis abrücken, bei der das Unternehmen lediglich selbständige Fahrer und deren Fahrzeuge an Kunden vermittelt und dafür eine Gebühr kassiert.

Dem Unternehmen war in Berlin und Hamburg zuletzt der Betrieb seines Dienstes untersagt worden. Bei dem Verbot hatten die Richter vor allem Anstoß an dem geforderten Fahrpreis genommen, der meist unter dem für reguläre Taxifahrten liegt. Dieser dürfe die Betriebskosten des Wagens nicht überschreiten, andernfalls falle der Dienst unter die Regeln des Personenbeförderungsgesetzes und benötige eine entsprechende Konzession.

Wie die „Welt“ berichtet, soll eine Fahrt mit Uber Pop in Berlin künftig 35 Cent statt rund 1,60 Euro pro Kilometer kosten. Die Umwandlung in eine Mitfahrzentrale soll dabei vorerst nur für Berlin gelten. Das Einlenken von Uber habe laut „Welt“ vor allem einen Grund: Der Konzern bleibe damit weiter im Markt und könne so weiter versuchen, Einfluss auf die hierzulande geltenden Personenbeförderungsbedingungen nehmen.

Neben Uber Pop bietet das US-Unternehmen mit Uber Black auch einen gehobenen Chauffeur-Dienst an, bei dem Kunden einen Mercedes der S-Klasse oder einen VW Phaeton samt Fahrer mieten können. Für diesen Service wolle das Unternehmen eine Betriebserlaubnis einholen und Fahrzeuge kaufen, die unter dieser Konzession fahren dürfen, schreibt die Zeitung weiter.

Ein bundesweites Verbot gegen den alternativen Taxidienst war vom Landgericht Frankfurt aus formalen Gründen zunächst ausgesetzt worden.

Michael Stahl berichtet für Handelsblatt Live und Online aus New York.
Michael Stahl
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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