Übernahmeplan bei Reisekonzern
Chinesen erhöhen Angebot für Club Med

Der chinesische Mischkonzern Fosun macht mit einer Übernahmeofferte von 900 Millionen Euro beim Reisedienstleister Club Med von sich reden. Der italienische Rivale hat bis zum 17. Dezember Zeit für ein Gegengebot.
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ParisDas Übernahmerennen um den französischen Reiseanbieter Club Med geht weiter. Der chinesische Mischkonzern Fosun legte am Montag nach und erhöhte seine Offerte auf 23,50 Euro je Aktie, wie die französische Börsenaufsicht AMF bekanntgab.

Nun hat der italienische Konkurrent, Wirtschaftsmagnat Andrea Bonomi, bis zum 17. Dezember Zeit, eventuell noch nachzuziehen. Bislang hat Bonomi 23 Euro je Aktie geboten. Das Tauziehen ist damit das bislang längste Bietergefecht in Frankreich. Es begann schon im Mai 2013. Im Sommer diesen Jahres zogen sich die Chinesen zunächst zurück, änderten im September aber in letzter Minute ihre Meinung und stiegen wieder ein.

Auf Basis des italienischen Angebots ist Club Med 874 Millionen Euro wert. Der Reiseanbieter unterhält Ferien-Anlagen auf mehreren Kontinenten und hat unter anderem Urlaubs-Komplettpakete im Angebot. Zuletzt setzten ihm eine schwache Nachfrage in Europa, Unruhen im Nahen Osten sowie die in Westafrika grassierende Ebola-Seuche zu. Dies brockte Club Med im vergangenen Geschäftsjahr 2013/14 rote Zahlen ein.

Die erhöhte Offerte von Fosun hatte am Markt keine Auswirkung auf den Aktienkurs von Club Med. Das Paper lag unverändert bei 23,90 Euro. Seit dem Beginn der Bieterschlacht hat es allerdings 70 Prozent an Wert gewonnen. Club Med sei angesichts der Lage der Branche und des Unternehmens selbst sehr teuer, sagte Analyst Fehmi Ben Naamane von der Finanzberatungsfirma Oddo Securities. „Wirtschaftlich gibt es keinen Grund einen solchen Preis zu zahlen, es sei denn, man hat eine langfristige Strategie.“

Beide potenziellen Käufer haben bereits angekündigt, Club Med auf dem rasant wachsenden chinesischen Markt voranbringen zu wollen. Fosun, das Chinas reichstem Mann Guo Guangchang gehört, hält 18,3 Prozent an dem französischen Konzern. Bonomi ist mit 18,9 Prozent beteiligt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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