Der Werber-Rat
Der Fall Rösler

Während Philipp Rösler noch betäubt von der Wahlniederlage Halt sucht, sind Wolfgang Kubicki und Christian Lindner bereits mit der Gütertrennung beschäftigt. Kommunikativ ein spannender Moment.
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Vize-Kanzler, Bundeswirtschaftsminister, Parteivorsitzender — nie hatte ein FDP-Politiker größere Machtfülle als der 40-jährige Militärarzt mit Migrationshintergrund.

Nie zuvor hat ein FDP-Chef auf offener Bühne eine derart schallende Ohrfeige kassiert. Der Jubel über die Demütigung der Freien Liberalen übertraf allerorts sogar die Freude über das eigene Ergebnis. Der Wähler, das unbekannte Wesen, hat zurückgeschlagen.

Dreimillionenfach hat er sich von der Regierungspartei abgewandt und ist anderen Parteien in die Arme gelaufen. Nun kommt es zu Massenentlassungen. Für fünf Minister, 93 Abgeordnete und Hunderte von Referenten und Parteifreunden heißt es ab heute, Kisten packen und zurück in den Wahlkreis, um in längst verlernten Berufen Fuß zu fassen.

Während Philipp Rösler noch betäubt von der Wucht der kleinen Zahl Halt sucht, sind seine Parteifreunde Wolfgang Kubicki und Christian Lindner bereits mit der Gütertrennung beschäftigt. Kommunikativ ein spannender Moment. Gibt Rösler dem parteiinternen Druck nach und zieht sich ins medizinische Hinterzimmer zurück, betoniert die Partei für ewige Zeiten sein Bild als Ikarus der FDP. Die Methode zu Karl-Theodor zu Guttenberg.

Nur wenn Rösler in Sichtweite der Öffentlichkeit bleibt, gibt es eine Chance, dies Bild zu drehen — das Modell Uli Hoeneß.

Was hilft der FDP? Die Partei wird mit Schrecken feststellen, dass sie niemand vermisst. Der Mitgliederschwund von einst 180 000 auf magere 62 000 Mitglieder wird zunehmen. Mit diesem Blutverlust nimmt die Fähigkeit, neue Talente zu rekrutieren, ab. Die FDP fällt aus der Bundesliga in die Regionalliga und hat keine Vorstellung, was das bedeutet. Sie beschwört ihre große Tradition und plant den direkten Aufstieg — nur auf den Nebenplätzen gibt es kaum Zuschauer und Fans. Wie will man die Stimme der Wirtschaft werden, wenn diese weder Namen noch Gesicht kennt?

Die Partei sollte sorgsam mit jungen Kräften umgehen. Röslers Bekanntheit bleibt für die Partei auf lange Sicht von Wert. Das Rückenmark der FDP ist verletzt, der Markenkern muss stabilisiert werden. Wie Partei und Freunde in der Krise miteinander umgehen, ist der erste Schritt zur Markengenesung. Gute Besserung.

Der Autor:

Frank Dopheide ist Inhaber der Agentur Deutsche Markenarbeit. Er ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu " Der Werber-Rat: Der Fall Rösler"

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  • Rößler kam bei den Menschen in Deutschland nicht an.

    Wenn man die Schähungen über seine asiatische Herkunft in diese Betrachtung mit einbezieht, so haben wir offensichtlich doch in Deutschland ein latentes Rassismusproblem - doch nicht da, wo "schon immer" vermutet (bei den "Rechten Gestrigen") sondern mitten unter den Wählern der sog. "anständigen Parteien".

    Besonders schlimm: Diese Schmähungen in den Leserkommentaren - besonders online - wurden auch in den seriösen Medien veröffentlicht.

    So muss man die Chefredakteure deutlich fragen:

    Haben Sie alle so wenig Anstand, dass Sie dies zugelassen haben?

  • @naja

    Interessant, daß den Lindner offenbar niemand mag - mir geht es genauso, obwohl ich es nicht genau festnageln kann (ich hab mich allerdings nicht weiters mit ihm beschäftigt). Die Presse hingegen scheint ihn hochzujubeln (und das nicht erst seit gestern) und für den Job zu "prädestinieren". DAS MACHT MICH BESONDERS MISSTRAUISCH!!!!

    Auch wenn es vielleicht den einen oder anderen Stamm-Kommentarleser mittlerweile nervt, man kann nicht oft genug daran erinnern:

    wurde Bildzeitung von CIA gegründet?

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=7311302886780683025

    http://www.youtube.com/watch?v=ZtcLz-pNTN4&feature=player_embedded

    "Andreas von Bülow gehörte viele Jahre der Parlamentarischen Kontrollkommission der Nachrichtendienste an. Hier spricht er über die deutschen Medien, die allesamt nach 1945 gegründet, amerikanische Presse-Lizenzen bekommen, Verträge über nur positive Berichterstattung über USA und Israel unterschrieben und von CIA geleitet wurden."

    Die Frage ist, wieviel Kontrolle haben die Amis heute noch: ein Blick in die Systemmedien, insbesondere die derzeitige Syrien-Kriegshetzerei (mehr noch früher bei Libyen) beantwortet die Frage schlüssig.

    Wir leben in einer anglo-amerikanisch gesteuerten Matrix!
    Auf Ebene ALLER Institutionen!

  • @ naja
    Zitat : Herr Lindner scheint das politische Geschäft seiner Partei munter weiterzutreiben

    - der fahnenflüchtige Boy aus der Boygroup wird diesem Gelben Haufen den Todesstoß versetzen !

    In 4 Jahren spricht dann keiner mehr von dieser Partei !

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