Der Werber-Rat
Sag’s dem Kunden direkt

Noch nie war die persönliche Ansprache der Kundschaft so vielfältig wie heute – dank immer ausgefeilterer Möglichkeiten. Dialogmarketing als Kundenbindungsinstrument gewinnt an Bedeutung.
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Haben Sie auch nach Las Vegas geschaut, zur Consumer Electronics Show (CES)? Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele der dort gezeigten technologischen Neuheiten unsere Welt weiter verändern werden. Ob der Petcube dazugehört, mit dem Frauchen und Herrchen per Smartphone ihren zu Hause gebliebenen Hund oder die Katze bespaßen können – da habe ich doch Zweifel.

Ganz anders die selbstfahrenden Autoprototypen wie der Mercedes F 015. Die Autohersteller aus Deutschland und die Internetkonzerne aus Kalifornien werden schon dafür sorgen, dass aus dieser Zukunftsvision rasch Realität wird.

Der Blick in die Zukunft sollte aber nicht gänzlich die Sicht auf die Gegenwart verschleiern. Als ich mich nach dem Weihnachtsurlaub durch die Berge an Post gewühlt habe (ja, es gibt sie noch, die Briefe aus Papier und die Päckchen), wurde mir mal wieder die Bedeutung des Direktmarketings bewusst. Und damit meine ich auch den scheinbar antiquierten Brief, und hier vor allem das persönliche Anschreiben.

Ich gehöre zu denen, die das gedruckte Medium einfach mögen – vor allem, wenn ich mich persönlich angesprochen fühle. Von Hand geschriebene Glückwünsche etwa von der Lufthansa, das hebt sich von elektronischen Textnachrichten oder von E-Mails ab. Eine schöne Variante.

Noch nie war die individuelle Ansprache der Kundschaft so vielfältig wie heute - dank immer ausgefeilterer Möglichkeiten. Dialogmarketing als Kundenbindungsinstrument wird zunehmend an Bedeutung gewinnen, unterstützt durch die Entwicklungen der Kommunikationstechnologien. Auch das hat die CES gezeigt.

Was Dialogmarketing auszeichnet, ist die direkte und individuelle Ansprache. Im Fokus steht hier eben nicht der schnelle Verkaufsabschluss, sondern die langfristige Kundenbeziehung.

Die Herausforderung aber ist die Art der Ansprache. Durch das steigende Volumen von ungewünschter - vor allem elektronischer - Post fühlen sich viele Adressaten belästigt. Was dann eben für die Werbetreibenden als Absender schnell kontraproduktiv werden kann. Hier helfen klare Kommunikationsregeln. Ansonsten findet man sich im „Petcube-Business“ wieder.

Die Autorin:
Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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