Werbevermarkter
Ströer setzt auf Online-Werbung

Vor allem in Deutschland hatte der Werbevermarkter Ströer 2012 mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Das neue Jahr fängt besser an – und Unternehmenschef Müller will verstärkt in die Online-Werbung investieren.
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DüsseldorfDie Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung in Europa macht dem Außenwerber Ströer zu schaffen. Die Kunden blieben vorsichtig und orderten häufig kurzfristig, sagte Firmenchef Udo Müller am Dienstag. Daher sei der Vorstand für 2013 nur verhalten optimistisch, auch wenn der Umsatz im ersten Quartal organisch um voraussichtlich fünf Prozent gewachsen sei.

Die schwächelnde Auftragslage deute aber schon wieder auf ein schwächeres zweites Vierteljahr hin. Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr wagte Müller nicht. Er hoffe auf einen leichten Aufwärtstrend.

Derweil versucht der Konkurrent der größeren französischen JCDecaux mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Müller erwartet einen riesigen Strukturwandel in der Werbelandschaft - mehr Onlinewerbung und Vernetzung mit digitalen Medien wie Tablet-PCs oder Smartphones.

"Die meisten Kunden nutzen Außenwerbung, aber alle nutzen Onlinewerbung", betonte Müller. Im vergangenen Jahr war Ströer ins Onlinegeschäft eingestiegen und hatte vier Online-Vermarkter erworben. Die Übernahme soll nach der jüngst erfolgten Zustimmung des Kartellamtes Anfang des zweiten Quartals unter Dach und Fach gebracht werden.

Maue Geschäfte vor allem in Deutschland hatten Ströer im vergangenen Jahr Einbußen bei Umsatz und operativem Gewinn eingebrockt. Bei einem Rückgang der Erlöse um knapp drei Prozent auf 560,6 Millionen Euro sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 19 Prozent auf 107,0 Millionen Euro gesunken.

Leichte Zuwächse in der Türkei hätten die Einbußen vor allem in Deutschland nicht kompensieren können. Der Nettoverlust halbierte sich 2012 auf 1,8 Millionen Euro. Ströer ist neben Deutschland und der Türkei auch in Polen aktiv.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Die Aktien notiert mit knapp fünf Prozent im Plus bei 8,40 Euro und gehörte zu den größten Gewinnern im Kleinwerteindex SDax.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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