E-Government
Digitaler Glanz ist noch kein Gold

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Auch die Behörden würden profitieren

Die Bürger hätten an behördlichen Onlineservices kein Interesse, lautet ein häufiges Argument. Tatsächlich nehmen laut der Studie eGovernment Monitor 2012 erst 45 Prozent der Deutschen E-Angebote ihrer Verwaltungen wahr. Im Nachbarland Österreich liegt die Nutzungsrate bei 67 Prozent, in Schweden sogar bei 70 Prozent. Aus diesen Zahlen jedoch mangelnde Bürgerakzeptanz abzuleiten, ist verfehlt.

Die Ursachen für die Onlinezurückhaltung liegen nicht selten bei den Behörden selbst. Erstens unterschätzen Verwaltungskräfte häufig das Interesse an E-Angeboten. So beurteilen in einer Studie der Bundesagentur für Arbeit (BA) 73 Prozent der Mitarbeiter die Onlinebereitschaft ihrer Kunden als gering. Umgekehrt gaben ebenfalls 73 Prozent der parallel befragten Kunden an, offen für digitale Angebote zu sein.

Zweitens bleiben viele E-Government-Angebote hinter ihren Möglichkeiten zurück. Beispiel elektronischer Personalausweis: Jeder zehnte Bundesbürger hat ihn, doch seine Vorteile sind begrenzt. So lässt sich beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg zwar der Punktestand elektronisch abfragen, doch die Antwort kommt per Post.

Drittens sind Behörden häufig nicht dort, wo die Bürger sind. Mehr als 20 Millionen Deutsche sind auf Portalen wie Facebook, Xing, Linked In oder You Tube aktiv, aber gut drei Viertel der 40 größten öffentlichen Institutionen zeigen nicht einmal im mitgliederstärksten Netzwerk Facebook Präsenz.

Bürger und Unternehmen wollen E-Government. Und nicht nur jeder Einzelne würde profitieren, sondern auch die Behörden. Noch nutzt erst gut die Hälfte der Unternehmen in Deutschland E-Services in der Verwaltung. Doch gerade hier liegt das größte Potenzial für Kosteneffizienz.

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