Energie

5,15 Milliarden Dollar
US-Ölkonzern zahlt Rekordstrafe für Umweltverschmutzung

Anadarko hat einen jahrelangen Rechtsstreit verloren. Der US-Ölkonzern muss wegen Umweltschäden die Rekordsumme von 5,15 Milliarden Dollar zahlen. Der Großteil soll für die Dekontaminierung von Böden ausgegeben werden.
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WashingtonMit der Rekordzahlung von 5,15 Milliarden Dollar (3,75 Milliarden Euro) hat der US-Ölkonzern Anadarko einen Rechtsstreit mit der Regierung über jahrzehntelange Umweltverschmutzung beendet. Es handele sich um die größte Summe, die in den USA jemals in Zusammenhang mit Umweltschäden ausgehandelt worden sei, teilte das Justizministerium am Donnerstag mit. 4,4 Milliarden Dollar der vereinbarten Zahlung sollten für die Dekontaminierung von verseuchten Böden ausgegeben werden.

Die Regierung wirft einer Tochterfirma von Anadarko, Kerr-McGee, vor, über einen Zeitraum von 85 Jahren dutzende Betriebsgelände überall in den USA verseucht zu haben. Zum Teil seien radioaktive Substanzen wie Uran in die Umwelt gelangt, zum anderen giftige Stoffe in Böden und Grundwasser eingedrungen. Ureinwohner vom Stamm der Navajo beklagen, dass Kerr-McGee Gebiete verseucht habe, die für religiöse Zeremonien oder für die Jagd benutzt wurden.

Nach Angaben des Justizministeriums versuchte Kerr-McGee, sich über interne Umorganisation vor Schadenersatzahlungen zu retten. Entsprechende Ansprüche von mehreren Milliarden Dollar lagerte Kerr-McGee an eine andere Firma namens Tronox aus. Im Jahr 2006 kaufte Anadarko Kerr-McGee für 18 Milliarden Dollar – drei Jahre später ging Tronox bankrott. Nach einer Klage von Tronox und der US-Regierung gegen Anardako entschied ein Richter im Dezember 2013, dass die Auslagerung der Ansprüche Betrug gewesen seien.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " 5,15 Milliarden Dollar: US-Ölkonzern zahlt Rekordstrafe für Umweltverschmutzung"

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  • In den USA läuft sowas etwas anders.
    Das Unternemen wird seinen Gewinn nach Steuern einfach solange abgeben müssen, bis die Strafe gezahlt ist.

  • Wie schaffen die das eigentlich, solche Beträge anzusparen. Sicher nicht auf nem Pfändungsschutzkonto.

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