Energie

A.P. Møller-Mærsk
Total kauft Ölgeschäft für 7,45 Milliarden Dollar

Total plant die Übernahme des Ölgeschäfts der dänischen Reederei Møller-Mærsk und will so seine Position in der Nordsee stärken. Das Volumen der Transaktion beläuft sich auf mehr als sieben Milliarden Dollar.
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Kopenhagen/ParisDer französische Energieriese Total baut sein Geschäft mit einer milliardenschweren Übernahme aus. Der Konzern erwirbt die Öl- und Gassparte der dänischen Reederei A.P. Moeller-Maersk, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Der Wert der Transaktion liege bei 7,45 Milliarden Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro). Maersk will sich künftig auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Der Weltmarktführer hatte im Frühjahr angekündigt, für knapp vier Milliarden Euro vom Oetker-Konzern die Reederei Hamburg Süd zu übernehmen.

Total kauft von Maersk unter anderem Felder in der britischen und norwegischen Nordsee und setzt auf Synergieeffekte von mehr als 400 Millionen Dollar pro Jahr. Der Erwerb der Geschäfte zahle sich umgehend aus und biete in den kommenden Jahren weitere Wachstumschancen, sagte Konzernchef Patrick Pouyanne. Es sei Zeit gewesen, etwas zu unternehmen, da die Preise und Kosten gesunken seien. Für Total ist es der größte Öl-Deal seit der Übernahme von Elf im Jahr 2000.

Der Verkauf der Öl- und Gassparte durch Dänemarks größten Konzern kommt keineswegs überraschend. Ursprünglich hatte sich das vor 113 Jahren gegründet Schifffahrtsunternehmen 1962 um das Explorationsgeschäft verstärkt, um Ölpreisrisiken abzufedern.

Ging es mit den Preisen nach oben, so die Überlegung, sollten Zusatzeinnahmen aus dem Ölgeschäft die höheren Beschaffungskosten für Schiffsdiesel ausgleichen. Bei einem niedrigen Ölpreis dagegen, so hoffte man in Kopenhagen, würde das Schifffahrtsgeschäft aufgrund geringer Energiekosten hohe Gewinne abwerfen.

Doch schon seit Jahren funktioniert das Hedging nicht mehr. Der Ölpreis liegt seit langem am Boden, das Geschäft mit der Containerseefahrt ¬– wo Maersk mit seinen rund 250 Frachtern die Weltmarktführung besitzt – steckt trotzdem tief in den roten Zahlen. 351,4 Millionen Euro Verlust fuhr die Flotte vergangenes Jahr zusammen.
Entsprechend beschloss Aufsichtsratschef Michael Pram Rasmussen im September 2016, das Öl- und Gasgeschäft zu verkaufen. „Die Geschäftsbereiche, in denen wir tätig sind, sind sehr unterschiedlich und unterliegen sehr unterschiedlichen Markt- und Wettbewerbsbedingungen", sagte der inzwischen zurückgetretene Chefkontrolleur. Mit dem Verkaufserlös wolle man die Flotte weiter ausbauen, um so zu verhindern, dass die derzeitige Übernahmewelle in der Branche die eigene Spitzenposition gefährdet.

Auch Konkurrenten wie BP, Statoil und ExxonMobil waren zuletzt in Kauflaune. Total-Aktien notierten am Montag zeitweise fast ein Prozent im Minus, während die Papiere von Maersk fast vier Prozent zulegten.

Maersk erhält der Vereinbarung zufolge Total-Aktien im Wert von 4,95 Milliarden Dollar. Zudem übernehmen die Franzosen Schulden von 2,5 Milliarden Dollar. Das Aktienpaket entspricht einer Beteiligung in Höhe von 3,75 Prozent. Maersk kündigte an, die eigenen Aktionäre sollten von dem Deal profitieren. Dies könne etwa in Form einer Sonderdividende oder eines Aktienrückkaufs geschehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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