Energie

Angeschlagener Konzern
Thyssen-Krupp verkauft US-Stahlwerk

Der strauchelnde Konzern Thyssen-Krupp hat sich zum Verkauf des US-Stahlwerks entschlossen. Käufer sind für einen Preis von 1,55 Milliarden Dollar (1,14 Mrd Euro) die Stahlkonzerne Arcelor-Mittal und Nippon Steel.

DüsseldorfNach einer anderthalbjährigen Hängepartie kann der angeschlagene Konzern Thyssen-Krupp eines seiner beiden Problem-Stahlwerke in Übersee abstoßen. Weltmarktführer Arcelor-Mittal teilte am Freitagabend mit, gemeinsam mit Nippon Steel für 1,55 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro) die ThyssenKrupp-Anlage im US-Bundesstaat Alabama zu übernehmen.

Das Schwesterwerk im brasilianischen Rio de Janeiro, dessen Verkauf ebenfalls lange in der Diskussion war, wird dagegen bei ThyssenKrupps brasilianischer Gesellschaft CSA verbleiben. Wie der angeschlagene Essener Konzern weiter mitteilte, wurde mit dem Käuferkonsortium vereinbart, dass es bis 2019 jährlich zwei Millionen Tonnen Rohstahl aus dem Werk in Brasilien abnimmt. Das Werk verfügt demnach über eine jährliche Produktionskapazität von rund fünf Millionen Tonnen Rohstahl. Laut dem Essener Konzern ist die Anlage in Rio de Janeiro mit der nun geschlossenen Vereinbarung für die kommenden Jahre zu mindestens 40 Prozent ausgelastet.

"Wir haben eine tragfähige Lösung für Steel Americas gefunden", erklärte Hiesinger. Der Liefervertrag sei ein erster wesentlicher Schritt für die Entkoppelung der beiden Stahlwerke. "Mit dem Liefervertrag reduzieren wir unser Risiko und schaffen gleichzeitig die Voraussetzung dafür, CSA mittelfristig in die schwarzen Zahlen zu führen." Es sei die derzeit beste Lösung für die Sparte Steel Americas, betonte Hiesinger. Alle anderen Optionen seien wirtschaftlich "nicht tragfähig".

Wie Thyssen-Krupp erklärte, steht die Transaktion noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden in den USA und einigen weiteren Ländern. Der angeschlagene Industriekonzern versucht seit langem, die beiden Werke der Sparte Steel Americas in Brasilien und den USA zu verkaufen, die als milliardenschwere Fehlinvestitionen gelten. Erst im August hatte der Konzern eine erneute Abschreibung in Höhe von 683 Millionen Euro auf das Amerika-Geschäft bekanntgegeben.

Agentur
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