Energie

Atomkonzern
Areva will Streichung bis zu 6000 Stellen streichen

Jede siebte von 42.000 Stellen will der französische Atomkonzern Areva streichen: Der französische Atomkonzern Areva erwägt, bis zu 3500 Stellen zu streichen. Künftig will der Konzern verstärkt die Geschäfte in China ausbauen.
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ParisDer französische Atomkonzern Areva will angesichts anhaltend schwacher Geschäfte jede siebte seiner noch 42.000 Stellen streichen. „Wir rechnen mit 3000 bis 4000 weniger Jobs in Frankreich und 5000 bis 6000 weltweit“, sagte Personalchef Francois Nogue am Donnerstag. Dem staatlich kontrollierten Unternehmen macht zu schaffen, dass seit der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 weniger Atommeiler gebaut werden. Areva schreibt seit Jahren Verluste, 2014 waren es knapp fünf Milliarden Euro. Schon im März hatte der Konzern erklärt, in Deutschland fast ein Drittel der rund 5100 Stellen zu streichen. Am deutschen Hauptsitz in Erlangen arbeiten rund 3300 Menschen. Weitere größere Standorte sind Offenbach und Karlstein. Bereits 2011 hatte Areva in Deutschland 1500 Menschen entlassen.

Der Konzern wolle seine Arbeitskosten in Frankreich um 15 Prozent und weltweit um 18 Prozent senken, sagte Nogue. Er hoffe, dass der Stellenabbau bis Ende 2017 abgeschlossen sei. Zudem sollten Bonus-Zahlungen und andere variable Komponenten gekürzt werden. Dies solle etwa zwei Drittel der insgesamt geplanten Kostenkürzungen von einer Milliarde Euro einbringen.

Areva hatte im März angekündigt, mit Einsparungen die Wende schaffen zu wollen. Künftig will sich der Konzern auf den Ausbau seines Geschäfts in China konzentrieren und die Partnerschaft mit dem ebenfalls vom Staat kontrollierten Stromversorger EDF stärken. Zuletzt hatte es wiederholt Spekulationen gegeben, EDF könne gezwungen sein, Areva mit einer Kapitalspritze zu helfen.

Die französische Regierung hatte im Februar erklärt, alle Optionen für Areva zu prüfen. Das beinhaltet mögliche Synergien mit EDF und der Atombehörde CEA. Die CEA spielt eine zentrale Rolle in der Atompolitik des stark von seinen zahlreichen Kernkraftwerken abhängigen Landes. Die CEA betreibt Nuklearforschung und ist an Areva beteiligt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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