Energie

Druck auf Brüssel
EU-Konzerne sollen Gazprom-Sanktionen verhindert haben

„Es waren zahlreiche Anrufe nötig“: Europäische Partner des russischen Energieriesen Gazprom sollen in Brüssel gegen Sanktionen interveniert haben. Nur deswegen sei Konzernchef Alexej Miller verschont worden.
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MoskauDer Chef des russischen Gasriesen Gazprom ist laut einem Medienbericht auf Druck von europäischen Energiekonzernen von EU-Sanktionen verschont geblieben. Die Erweiterung der Strafmaßnahmen habe ursprünglich auch Konzernchef Alexej Miller treffen sollen, berichtete am Donnerstag die russische Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf informierte Kreise. Nach der Intervention mehrerer europäischer Gazprom-Partner sei Millers Name aber dann von der Sanktionsliste gestrichen worden.

Brüssel hatte am Montag als Reaktion auf die Ukraine-Krise die Sanktionen gegen Moskau verschärft. 13 weitere Verantwortliche wurden mit Einreiseverboten und Kontosperren in der EU belegt. Zudem wird das Vermögen von zwei Unternehmen auf der Krim eingefroren. Die EU und die USA hatten bereits nach der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim Sanktionen gegen dutzende Russen erlassen.

Laut dem Zeitungsbericht befürchteten die europäischen Energiekonzerne, unter ihnen deutsche, französische und italienische Unternehmen, dass Sanktionen gegen Miller die Kooperation mit Gazprom erschwert hätten. „Es war nicht einfach, sich in Brüssel Gehör zu verschaffen, es waren zahlreiche Anrufe nötig, um eine Reaktion zu erhalten“, zitierte „Wedomosti“ einen namentlich nicht genannten Firmenvertreter.

Europa bezieht fast ein Drittel seines Gases aus Russland. Gazprom wollte sich ebenso wie Deutschlands größter Energieversorger Eon und andere europäische Mitbewerber nicht zu dem Bericht äußern.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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