Energie

Elektromobilität
Innogy wirbt BMW-Manager ab

Autokonzerne und Versorger nehmen endlich das Geschäft mit Elektroautos ernst – und konkurrieren schon um Know-how und Führungskräfte. Die RWE-Tochter hat dem Autohersteller jetzt einen führenden Manager weggeschnappt.
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DüsseldorfJahrelang schoben sich in Deutschland Autohersteller und Versorger die Verantwortung für den schleppenden Ausbau der Elektromobilität gegenseitig zu. Die Autokonzerne klagten über den langsamen Aufbau der Ladeinfrastruktur. Die Versorger wollten nicht in Vorleistung gehen, ehe nicht genügend Elektroautos auf den Straßen fahren.

Endlich machen beide Branchen ernst – und sie machen sich auch schon ordentlich Konkurrenz. Innogy, der Marktführer unter den Versorgern in der Elektromobilität, hat jetzt nach eigenen Angaben einen hochrangigen Manager von BMW, einem der Vorreiter unter den Autoherstellern, abgeworben. Zum achten Mai tritt Stefan von Dobschütz in die Führung des Geschäftsbereichs Elektromobilität der RWE-Abspaltung ein. Er wird dort mit der bisherigen Chefin, Elke Temme, eine Doppelspitze bilden.

Bisher war von Dobschütz General Manager von BMW i, der Elektroauto-Marke von BMW. BMW hat mit dem halbelektrischen Sportwagen i8 und dem rein elektrischen i3 eine eigene Elektrooffensive gestartet. Im vergangenen Jahr wurde war der i3 in Deutschland das meistverkaufte Elektroauto. Insgesamt blieben die Zulassungen der vergangenen Jahre aber hinter den Erwartungen zurück. Deswegen hatte BMW es zuletzt nicht eilig, die Modellpalette von BMWi zu erweitern. Von Dobschütz ist nicht der erste führende Vertreter, der das Projekt i verlässt - zuletzt wechselte sein Kollege Carsten Breitfeld als CEO zum chinesischen Elektroautobauer Future Mobility Corporation.

Für den Energieversorger soll BMW-Manager von Dobschütz den Ausbau der elektrischen Mobilität vorantreiben. Schon heute betreibt Innogy in Deutschland ein Netz mit mehr als 4300 Ladepunkten, international sind es mehr als 5700. Zum Vergleich: Ende des vergangenen Jahres waren nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Deutschland 7400 Ladepunkte öffentlich zugänglich – Innogy hat also mehr als die Hälfte aufgebaut.

Und der Konzern will das Engagement noch deutlich ausbauen. Ende vergangenen Jahres gründete das neue Unternehmen, in das RWE im vergangenen Jahr das Geschäft mit der Energiewende abgespaltet hatte, einen neuen Geschäftsbereich für Elektromobilität im Vertriebsressort. Er soll sich um den Ausbau der Ladeinfrastruktur, maßgeschneiderte Angebote für Unternehmen, Kommunen und Stadtwerke sowie neuartige Vertriebsangebote wie Car-Sharing kümmern. Vor kurzem kündigte das Unternehmen zudem an, die komplette Dienstwagenflotte auf Elektroantrieb umzustellen.

„Für Innogy ist E-Mobility ein Megathema in Deutschland und international“, betonte Konzernchef Peter Terium jetzt beim Wechsel des BMW-Managers: „Die Elektromobilität wird kommen – und zwar eher früher als später. Und wir sind mit Innogy in einer sehr guten Ausgangsposition, die wir jetzt konsequent weiter ausbauen.“ Innogy wolle der „führende Lösungsanbieter für Ladeinfrastruktur in Europa und den USA“ werden.

Von Dobschütz übernimmt die Verantwortung für den nationalen wie internationalen Vertrieb inklusive Business Development sowie das Vertragsmanagement. Temme kümmert sich um Produktmanagement, Operations, Produktentwicklung und Kommunikation.

Auch BMW hat ehrgeizige Ziele in der Elektromobilität – und dürfte über den Wechsel nicht erfreut sein.

Kommentare zu " Elektromobilität: Innogy wirbt BMW-Manager ab"

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  • Wenn das abwerben von Managern schon als "Innovativer" Erfolg der sog. E-Mobilität und Energiewende gewertet wird, dann weis man erst ,wie schlecht es um die sog. Erneuerbare Energiebranche überhaupt steht,.

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