Energie

Energiekonzern
EnBW verkauft weniger Strom

Der Energieversorger setzt bei seinem Stromabsatz den Trend vom vergangenen Jahr fort: Das Geschäft ist im ersten Quartal erneut geschrumpft. Überraschend kamen die Zahlen nicht – die Aktionäre waren bereits vorgewarnt.
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KarlsruheDer Energieversorger EnBW steht in seinem Kerngeschäft weiter stark unter Druck. Im ersten Quartal verkaufte der Karlsruher Versorger mit 33,5 Milliarden Kilowattstunden 3,5 Prozent weniger Strom als im Vorjahr. Schon im vergangenen Jahr war der Stromabsatz mit minus 13 Prozent deutlich geschrumpft.

Auch beim Konzernüberschuss musste das Unternehmen Federn lassen. Mit 443 Millionen Euro lag das Ergebnis in den ersten drei Monaten um gut 21 Prozent unter den Zahlen des Vorjahresquartals.

„Die Zahlen haben wir erwartet“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Das Unternehmen werde die nächsten Jahre brauchen, um sich neu aufzustellen in einem angesichts der Energiewende veränderten Marktumfeld.

Den Gasabsatz konnte EnBW deutlich um gut 48 Prozent auf 38 Milliarden Kilowattstunden steigern. Infolgedessen wuchs auch der Umsatz um 12,8 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro (5,1).

„Der langfristige Liefervertrag mit Novatek ermöglicht uns natürlich eine andere Position am Markt“, sagte der Sprecher. Mit dem russischen Gasproduzenten hatte EnBW im Oktober 2012 einen Vertrag geschlossen. Gas bleibe aber das schwächere Standbein von EnBW. Die Investitionen lagen mit 143 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert (146,8).

Das Unternehmen hatte auf seiner Hauptversammlung Ende April die Aktionäre auf harte Zeiten eingeschworen. EnBW-Chef Frank Mastiaux entwickelt derzeit mit „EnBW 2020“ eine Strategie zur Bewältigung der Energiewende. Details dazu werden frühestens im Juni bekanntgegeben. EnBW ist mit den beiden Großaktionären, dem Land Baden-Württemberg und dem Zweckverband OEW, mehrheitlich in öffentlichem Besitz.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hätte Deutschland nicht seit 2000 mit den Kurs zu unweigerlich steigenden EEG-Netzkosten und EEG-Umlagen eingeschlagen, dann hätten die Konsumenten längst neue Anwendungen für Strom. So z.B. E-Autos, E-Heizungen, E-Klimanlagen usw. Dann könnte die gesamte Stromwirtschaft mehr verkaufen, und jedem wäre geholfen, indem man zunehmend unabhängiger geworden wäre vom Öl&Gas.

    - Aber nein, man mußte ja die Ideen diverser Öko-Phantasten mit (steuerlicher staats-)Gewalt umsetzen, und sitzt jetzt in einem sozialistischen Sumpf aus Umlagen, Abgaben, Zwängen, in dem die eigentlichen Herstellungskosten einer Kilowattstunde im Großkraftwerk vernachlässigbar und irrelevant geworden ist - die Politik diktiert den Strompreis, der Markt ist am Ende. Inzwischen darf sich die Öl-/Gasindustrie freuen, denn unsere Politik tut genau das was sie will, sie macht (Atom-/Kohle-)Strom als Alternative zu direkt eingesetzten fossilen Treibstoffen unattraktiv, und erzwingt sogar die Abschaltung völlig intakter Kraftwerke.

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