Energie

Energieversorger
Die neuesten Fusionsgerüchte in Europa

Die Versorgerbranche kommt grenzüberschreitend in Bewegung. Die deutschen Firmen stehen im Zentrum von Übernahmespekulationen – obwohl Eon und Co in Europa längst keine Riesen mehr sind.
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Madrid/FrankfurtDas Fusionsfieber in der Versorgerbranche steigt: Mit dem Vorstoß des spanischen Versorgers Gas Natural beim portugiesischen Konkurrenten EDP erhalten die Spekulationen über eine Konsolidierung der Branche in Europa neue Nahrung. Insidern zufolge sind die Spanier mit einer 35 Milliarden schweren Offerte an die Portugiesen herangetreten. Zusammen würden sie den viertgrößten europäischen Versorger nach der italienischen Enel, der spanischen Iberdrola und der französischen Engie schmieden. Die Konzerne dementieren zwar, aber die Karten in der Branche werden neu gemischt.

Der Verfall der Strom-Großhandelspreise hat die Geschäftsmodelle der klassischen Versorger zunichte gemacht. Die traditionelle Stromerzeugung der großen Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke hat es immer schwerer im Wettbewerb mit den boomenden Solar- oder Windkraftanlagen. Die Konzerne stellen sich neu auf, so etwa RWE mit der Abspaltung der Ökostromtochter Innogy und Eon mit der Abgabe der konventionellen Kraftwerke an die frühere Tochter Uniper.

Viele Versorger setzen auf Ökostrom, Netzgeschäfte und das Vertriebsgeschäft. Nach einem Jahrzehnt des Niedergangs wächst in der Branche wieder die Zuversicht. Auch die Aktienkurse von RWE, Eon oder Uniper haben zuletzt deutlich zugelegt. Deutsche Versorger sind bereit für Fusionen oder für einen Verkauf an ausländische Konzerne, sagt ein auf die Energiebranche spezialisierter Investmentbanker. „Enel und Engie nehmen alles unter die Lupe.“ „Jeder sprich mit jedem“, ergänzt ein anderer Branchenkenner aus der Bankenwelt: „Aber es gibt nur wenige Deals, die wirklich Sinn machen würden.“ Hierzu könnte etwa ein Zusammenschluss von Iberdrola und Innogy gehören. 2011 hatte RWE mit Iberdrola über eine Fusion verhandelt, die in letzter Minute scheiterte.

Nach der Konzernaufspaltung sind Eon und Innogy mit Börsenwerten von etwa 19 Milliarden Euro im Vergleich zu den Energieriesen aus dem Süden fast kleine Fische. Enel und die spanische Iberdrola sind an der Börse mehr als doppelt soviel wert. Und sie haben den Wandel zum Geschäft mit Ökostrom und Netzen vor einem Jahrzehnt bereits vollzogen. Enel hat Ökostromanlagen in einer Größenordnung von 37 Gigawatt im Portfolio, Innogy kommt auf etwa ein Zehntel davon.

Insidern zufolge hat Iberdrola die US-Investmentbank Morgan Stanley engagiert, um Möglichkeiten für Zukäufe auszuloten. Gas Natural werde von der Citigroup beraten. Im Mai hatten Insider berichtet, Engie wolle Innogy übernehmen. RWE werde im Gegenzug an Engie beteiligt. RWE schwieg dazu. Enel und Engie dementierten. „Dieses ganze Übernahmegerede ist nur Phantasie“, sagte Enel-Chef Francesco Starace Reuters.

Im Zentrum der Übernahmespekulationen steht auch Uniper. Die frühere Eon-Tochter hat einen Börsenwert gut sechs Milliarden Euro. Der Aktienkurs der Düsseldorfer ist seit dem Börsengang im vergangenen September um 70 Prozent gestiegen. Eon will ab 2018 seine Restbeteiligung von 47 Prozent abstoßen. Als Interessenten gelten der finnische Fortum-Konzern und die tschechischen Rivalen CEZ und EPH.

Doch nicht nur Versorger haben Übernahmen im Blick. Die unter Anlagedruck stehenden Infrastrukturfonds, Versicherungen oder Pensionsfonds schauen sich die Branche ebenfalls genau an. Die Fonds steigen dabei nicht unbedingt in die Konzerne ein, sondern beteiligen sich etwa an Windparks und Solarprojekten, so etwa der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock. Infrastrukturfonds dürften auch zu den Bietern für Italien-Geschäfte von Gas Natural gehören. Auch das von der Steag auf den Markt gebrachte Paket von 49 Prozent des Fernwärmegeschäfts könnte sie reizen. Steag habe für den Verkauf die Investmentbank Rothschild engagiert, sagen Insider.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wir zapfen die größten Energiespeicher der Erde an: 1. Wasser (Meere und Flüsse) 2. Luft

    Diese Speicher werden rund um die Uhr von der Sonne aufgeladen. Die Drehung der Erde verteilt die Energie auf den gesamten Erdumfang. Da Energie nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt werden kann, ist es egal, wieviel Energie entnommen wird, da am Ende alle entnommene Energie wieder als Wärme auf einem niedrigeren Niveau abgegeben wird. Ein Teil der von der Sonne aufgenommenen Energie wird von der Erde wieder abgestrahlt.
    Diese Speicher sind relativ leicht anzuzapfen, man braucht dazu Wärmepumpen und Flüssig-Ammoniak-Turbinen welche sowohl den Verdichter der Wärmepumpe als auch einen elektrischen Generator antreiben.
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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