Energie

Energieversorger gibt Beteiligungen ab
Warum Eon nun seine Töchter verkauft

Italien, Spanien, USA – diese Woche häuften sich die Meldungen über geplante Verkäufe des Energieversorgers Eon. Die Verkaufstour hat einen einfachen Grund: Das Unternehmen hat sich mit einigen Geschäften verkalkuliert.
  • 8

FrankfurtDer hochverschuldete Energiekonzern Eon will wenige Wochen vor Ende des Geschäftsjahres mit Beteiligungsverkäufen die klammen Kassen füllen. Der Konzern verkaufte am Freitag für mehrere hundert Millionen Euro zwei Windparks in den USA. Zudem steht Insidern zufolge der Verkauf des vor Jahren teuer erworbenen Spanien-Geschäfts für bis zu 2,6 Milliarden Euro unmittelbar bevor. Eon war unter dem früheren Vorstandschef Wulf Bernotat in Südeuropa auf Einkaufstour gegangen, musste jedoch Milliardensummen auf die Beteiligungen abschreiben. Inzwischen drücken den unter der Energiewende leidenden Versorger Schulden von 31 Milliarden Euro.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte in dieser Woche berichtet, dass die Spanien-Tochter für deutlich über zwei Milliarden Euro an den Infrastrukturinvestor Macquarie verkauft werden soll. Am Freitag sagten zwei Insider, das Spanien-Geschäft solle für 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro an ein Konsortium von Macquarie und Wren House, einer Tochter des kuwaitischen Staatsfonds KIA, veräußert werden. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor ebenfalls berichtet, das Macquarie und Wren House kurz vor der Übernahme des Spanien-Geschäfts für 2,5 Milliarden Euro stünden. Macquarie werde 60 Prozent an dem Konsortium halten, der Rest gehe an Wren House, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Eon und Macquarie lehnten eine Stellungnahme ab. KIA war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Düsseldorfer beschäftigen in Spanien rund 1200 Mitarbeiter. Der Konzern betreibt Kraftwerke und Ökostromanlagen mit einer Leistung von rund vier Gigawatt. Der Marktanteil im Stromvertrieb ist mit rund 630.000 Kunden indes überschaubar.

Seite 1:

Warum Eon nun seine Töchter verkauft

Seite 2:

Energieversorger verstieg sich in teure Fehlinvestitionen

Kommentare zu " Energieversorger gibt Beteiligungen ab: Warum Eon nun seine Töchter verkauft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Herr Kurt Schneider@
    RWE und E-ON sind nur Leichen auf dem Weg unserer gesalbten Führerin Murksel und natürlich die von Ihnen gesuchten Gelder auch. Man kann nicht alles haben, lassen Sie uns in Vorfreude nach Korea blicken.

  • Alles nur Nieten, was machen eigentlich die Milliarden für die Entsorgung ?

  • Niemand konnte angesichts der bis heute unveränderten Rechtslage annehmen, daß die Regierung Merkel einfach conta legem die moneygrabber KKW zwangsabschalten würde.

    Ein Hochwasser in Japan reichte, um die deutsche Regierung stante pede vom Gesetz abzufallen und im rechtsfreien Raum zu dilettieren.

    Nun haben die Versorger den Salat und klagen zwar Billionen beim Steuerzahler - der alles zahlt - ein, müssen bis dahin aber ihr Tafelsilber billigst verscherbeln.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%