Energie

Energieversorger hält Gewinn stabil
EnBW nimmt Ausbau von Windparks in Angriff

EnBW fährt ein sattes Plus ein. Doch im Netzgeschäft bricht der Gewinn ein. Der drittgrößte deutsche Energieversorger begründet das mit höheren Personalkosten durch den Netzausbau.

FrankfurtDer drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW will den Ausbau seiner Windparks in den kommenden Jahren stark vorantreiben. Neben den bestehenden Anlagen in der Ostsee hat der Versorger aus Baden-Württemberg inzwischen Zugriff auf einen Windpark in der Nordsee. Im kommenden Jahr werde die Investitionsentscheidung über das Projekt „Hohe See“ getroffen, erklärte Vorstandschef Frank Mastiaux am Freitag. Das Investitionsvolumen für die projektierten 500 Megawatt Leistung bezifferte er auf mehr als zwei Milliarden Euro.

Die EnBW hat derzeit die Windparks „Baltic-1“ und „Baltic-2“ in der Ostsee mit insgesamt 336 Megawatt Leistung in Betrieb. In der Nordsee hat der vom Land Baden-Württemberg und südwestdeutschen Landkreisen beherrschte Versorger Projektrechte über 1600 Megawatt, die aber noch realisiert werden müssen. Dazu gehört der Windpark „Hohe See“.

Auf dem Land erzeugen die Schwaben außerdem bereits rund 200 Megawatt Windenergie in Deutschland und wollen diese Kapazität bis 2020 auf 1000 Megawatt steigern. Hinzu kommen Windparks der EnBW an Land in der Türkei mit einer Kapazität von rund 290 Megawatt, hier hat sich EnBW nun um einen Teil von kürzlich ausgeschriebenen 3000 Megawatt beworben.

„Angesichts dieser Projektfortschritte und dieser Pipeline sehen wir uns bei den Erneuerbaren Energien auf einem guten Kurs“, erklärte Mastiaux. Wegen des Atomausstiegs Deutschlands soll umweltschonende Energie aus Sonne, Wind und Wasser eine tragende Säule bei dem einst atomstromlastigen Versorger werden. Im Sommer hatte die EnBW im Kampf um den insolventen Windparkbetreiber Prokon eine Schlappe erlitten. Mehr als die Hälfte der rund 75.000 Genussrechte-Inhaber gründeten die größte Energie-Genossenschaft Deutschlands, statt Prokon für gut eine halbe Milliarde Euro an den einstigen Atomkonzern abzugeben. Mit Prokon hätte EnBW auf einen Schlag 537 Megawatt installierte Leistung in Deutschland und Polen hinzugewonnen.

Die Belastungen der Energiewende bekommt EnBW allmählich in den Griff. Der Versorger hielt bis Ende September seinen operativen Gewinn trotz eines Einbruchs im Netzgeschäft auf Vorjahresniveau. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) belief sich von Januar bis September auf 1,63 Milliarden Euro. Im Segment Netze ging das operative Ergebnis binnen neun Monaten um ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr zurück auf 530 Millionen Euro. EnBW zufolge lag das an planmäßig höherem Personalaufwand durch den Netzausbau, höheren Kosten durch die dezentrale Stromeinspeisung und der Einigung mit der Stadt Stuttgart im Wasser-Kartellverfahren.

Die EnBW senkte die Gewinnprognose für das Geschäftsfeld Netze auf ein Minus von zehn bis zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr von bisher null bis zehn Prozent Rückgang. Auf Konzernebene rechnet der Versorger weiter mit einem Ebitda, das null bis fünf Prozent unter Vorjahr liegen soll. Bei einem Umsatz von 15,3 Milliarden Euro in drei Quartalen verbuchte die EnBW unter dem Strich einen Gewinn von 711 Millionen Euro nach einem Verlust von 771 Millionen Euro vor Jahresfrist, als hohe Abschreibungen auf Kraftwerke belasteten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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