Energie

Erneuerbare Energien
LDK Solar verzeichnet neue Verluste

Der chinesische Solarriese steckt weiterhin in den roten Zahlen und hat bisher nicht entschieden wie der Schuldenberg refinanziert werden soll. Anleger sind beunruhigt – die Aktie hat einige Prozentpunkte eingebüßt.
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New YorkDer chinesische Solarriese LDK Solar kommt nicht aus den roten Zahlen heraus und hat zum Schrecken der Anleger auch noch keine Einigung zur Refinanzierung seines Schuldenbergs erzielt. Das Unternehmen vermeldete am Dienstag den achten Quartalsverlust in Folge und erklärte, die Restrukturierung nun innerhalb von 30 Tagen abschließen zu wollen. Die Anleger konnte das nicht überzeugen: Die Aktie büßte in New York zehn Prozent ihres Wertes ein.

LDK ist eines der am höchsten verschuldeten chinesischen Solarunternehmen. Von seinen Verbindlichkeiten in Höhe von rund drei Milliarden Dollar wird ein Großteil im kommenden Jahr fällig. Das Unternehmen hatte bereits im April eingeräumt, eine Wandelanleihe nicht voll bedienen zu können.

Die Pleitewelle in der Solarindustrie hat längst auch chinesische Branchengrößen erfasst: Mit Suntech ist auch der ehemals weltgrößte Modulbauer zahlungsunfähig. „LDK ist eigentlich auf eine Rettung durch die Regierung in Peking angewiesen – aber das Schicksal von Suntech ist kein gutes Omen“, erklärte Branchenexperte Alex Morris von Raymond James.

LDK trennte sich im abgelaufenen Quartal von weiteren 1677 Mitarbeitern – damit beläuft sich die Zahl der Entlassungen bei LDK mittlerweile auf rund 15.000. Ende März beschäftigte der Konzern nur noch 8168 Mitarbeiter. Der Nettoverlust kletterte im Quartal leicht auf 187 Millionen Dollar.

Wegen des seit Jahren tobenden Preiskampfes in der Branche mussten bereits zahlreiche Unternehmen Insolvenz anmelden. Grund für die Krise sind der Abbau staatlicher Subventionen sowie massive Überkapazitäten.

In Deutschland sahen sich beinahe alle namhaften Solarfirmen gezwungen, den Gang zum Amtsgericht anzutreten – wie etwa der Solarpionier Solon, der einst weltgrößte Solarzellenhersteller Q-Cells oder der Anlagenbauer Centrotherm. Auch der deutsche Branchenprimus Solarworld kämpft ums Überleben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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