Energie

Hochsee-Windkraft
Tausende Jobs in Offshore-Branche in Gefahr

Die Arbeitsagentur schlägt Alarm: 30 Prozent aller Arbeitsplätze in der Offshore-Industrie stünden auf der Kippe. Die Verzögerungen beim Netzausbau machen der Branche zu schaffen. Auch die Politik erkennt die Gefahr.
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HannoverIn der Offshore-Industrie ist nach Einschätzung der Arbeitsagentur mehr als jeder vierte Job in Gefahr. In der derzeit kriselnden, aber auf längere Sicht zukunftsträchtigen Branche für die Windenergie auf See stünden aktuell 5000 Arbeitsplätze auf der Kippe, teilte die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit. „Wir machen uns wie die Politik Sorgen um die Branche“, sagte Regionaldirektionschef Klaus Stietenroth.

Die 5000 Jobs sind fast 30 Prozent der 18.000 Stellen, die die Arbeitsmarktexperten direkt der bundesweiten Offshore-Industrie zurechnen. Die Zulieferer mit einem Schwerpunkt auf Hochsee-Windkraft sind in dieser Rechnung der Agentur noch gar nicht mit eingerechnet.

Die eindringliche Warnung der Arbeitsagentur passt zu den jüngsten Aussagen von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Er sagte vor rund zwei Wochen im Gespräch mit der dpa: „Die Branche ist in einer substanziellen Gefahr.“ Es fehle die Planungssicherheit.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) bekannte sich trotz der hohen Kosten zu Windparks auf hoher See. „An dem Projekt hängt die Hoffnung einer ganzen Region“, sagte Altmaier am Mittwoch bei einer Diskussionsveranstaltung des Denklabors Agora zur Energiewende. Der CDU-Politiker verwies auf Tausende Jobs in der Offshore-Windkraftbranche an der Küste. Zudem sei es für das Image der Energiewende international wichtig, ob das Offshore-Projekt gelinge.

Mit 5000 bis 6000 Offshore-Arbeitsplätzen stellt Niedersachsen den Angaben zufolge den Großteil der Branche. Weitere Offshore-Motoren seien Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg. Mit Siag und CSC gab es in Niedersachsen jüngst schon erste Beispiele für das hohe Jobrisiko. Deutschlands kommerzieller Offshore-Pionier Bard aus Emden sucht seit längerem Investoren.

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  • Hier
    http://www.transparency.eex.com/de/
    gibt es die Prognose und die tatsächliche Stromerzeugung.

    Die Prognose entspricht, wie man täglich sehen kann, der tatsächliche Produktion recht genau. Auch sichtbar, der überwiegende Teil der Produktion ist Fossilenergie.

    Die Vorhaltung von ca. 10%? Grundbelastung (Warmreserve) aus Dinosaurierkraftwerken anstelle einer modernen, gut regelbaren Infrastruktur aus z.B. Strom speichernden Ortsnetzstationen und flexibler, bedarfsgerechter Erzeugung ist viel sinnlosere Alimentierung von anachronistischer Vorkriegstechnik.

  • Dieses Projekt ist auch wieder ein Schildbürgerstreich, der sich sehen lassen kann, von Effizienz und Eleganz so weit entfernt wie der Pluto von der Sonne.
    Irgendwo in der Evolution muss ganz gewaltig was schiefgelaufen sein.

  • Dieser Strom ist nicht wertlos, er wird zu anfallenden fuer Strom sehr hohen Kosten an andere Laender abgegeben. Das ist der negative Preis. Dann, wenn Strom gebraucht wird von aussen wieder zu hohen Kosten angeliefert. Wertlos kann man diese Aufsummierung von Negativ-Werten nicht nennen.

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