Energie

Industriekonzern mit mehr Gewinn
Thyssen-Krupp kann wieder auf den Stahl bauen

Heinrich Hiesinger treibt den Umbau bei Thyssen-Krupp voran – und hat Erfolg: Die lange darbende Stahlsparte steigert trotz des Preisdrucks in Europa den Gewinn. Doch Gefahr droht auch für Thyssen-Krupp in China.
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Essen/DüsseldorfEs geht voran bei Thyssen-Krupp: Schon bei der Vorstellung des Halbjahresberichts vor drei Monaten hatte der Essener Traditionskonzern seine Prognose für den operativen Gewinn des Gesamtjahres (Ebit) auf 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro angehoben. Die jetzt vorgelegten 539 Millionen Euro für das dritte Quartal zeigen, dass Konzernchef Heinrich Hiesinger diese selbst gesteckte Marke locker erreichen dürfte. Thyssen-Krupp hat nach neun Monaten bereits 1,26 Milliarden in der Kasse.

Hiesinger übertraf mit dem Plus beim Gewinn im vergangenen Quartal um mehr als ein Drittel sogar die Erwartungen der Analysten. Das kam bei den Anlegern gut an: Die Aktien des Industriekonzerns kletterten in der Spitze um knapp sechs Prozent nach oben und waren damit Spitzenreiter im Dax. „Die weitere Ergebnisverbesserung belegt die Fortschritte bei der Umsetzung der Maßnahmen zur Effizienz-Verbesserung“, sagte Hiesinger.

Was Hiesinger meint, sind die immer noch laufenden Umbauarbeiten innerhalb des Konzerns. Die tragen Früchte: Die Stahlsparte hat wieder Fuß gefasst, auch dank der leicht besseren Nachfrage in Europa. Das operatives Ergebnis stieg um 63 Millionen auf 166 Millionen Euro. Dies war der höchste Wert seit 15 Quartalen.

Zum einen erholen sich die lange Zeit darnieder liegenden Märkte in Südeuropa wieder. Zum anderen erhebt die EU-Kommission gerade auf Betreiben der europäischen Stahlindustrie eine Dumpingklage nach der anderen gegen Hersteller aus China, Taiwan, aber auch Russland oder Japan. Das bremst die Konkurrenz aus, die mit Macht auf die Weltmärkte drängt und sorgt bei einigen Stahlprodukten für bessere Preise, die sich in höheren Gewinnmargen niederschlagen.

Hiesinger kann aber auch auf das Glück des Tüchtigen bauen. Schließlich macht der Konzern rund ein Viertel seines Umsatzes mit der Autoindustrie – und wenn eine Branche derzeit (noch) gut läuft, dann die von VW, Daimler & Co.

Doch die Autowelt ist längst nicht mehr so heile wie noch vor ein, zwei Jahren. Die größten Sorgen macht derzeit China, wo die Konsumenten sich angesichts einbrechender Börsenkurse und schwacher Konjunktur in Zurückhaltung üben. Thyssen-Krupp hat allein in den vergangenen Jahren rund 400 Millionen Euro in neue Komponentenwerke im Reich der Mitte investiert.

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