Energie

Industriezulieferer
Schaeffler vor großem Stellenabbau

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will in seinem Wuppertaler Werk massiv Stellen abbauen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit der schwachen Marktentwicklung in der Windbranche.
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Düsseldorf Die schlechte Nachricht kam noch vor dem Wochenende, am Sonntag wandte sich die Gewerkschaft IG Metall dann an die Medien: Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler wolle die Hälfte der 1500 Stellen im Werk in Wuppertal streichen. Dass die Zahl der 750 Stellen am Freitag diskutiert wurde, bestätigte ein Sprecher am Montag auf Anfrage von Handelsblatt Online.

Gemessen an der gesamten Mitarbeiterzahl ist das nicht viel – insgesamt beschäftigt das Unternehmen 76.000 Mitarbeiter weltweit und ist damit laut eigenen Angaben eines der größten deutschen und europäischen Industrieunternehmen in Familienbesitz. Interessant ist jedoch: Im Wuppertaler Werk werden vor allem Teile für Windkraftanlagen gebaut. Auch Schaeffler leidet offenbar unter dem hohen Preisdruck und den Überkapazitäten in der Branche.

Mit der „unverändert schlechten Nachfragesituation für Großlager, insbesondere verursacht durch die schwache Marktentwicklung in der Windkraftindustrie“ begründet Schaeffler den Schritt. „Eine Verbesserung der Marktsituation ist derzeit leider nicht absehbar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Der geplante Stellenabbau sei jedoch kein Zeichen dafür, dass Schaeffler sich nun aus der Windkraft zurückziehe, betonte das Unternehmen.

Die IG Metall will jedoch diese Begründung mit der schwachen Windkraftnachfrage nicht gelten lassen. Laut Informationen der „Westdeutschen Zeitung“ hat sie am Freitag die Gespräche mit der Geschäftsleitung abgebrochen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Industriezulieferer: Schaeffler vor großem Stellenabbau"

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  • Da will die Politik die Windkraft so weit wie möglich ausbauen, hat aber keine Ahnung, dass die Windkraft Branche generell angeschlagen ist und kaum in Deutschland Strom durch Wind produziert wird. Politiker wie Ott, Lankau und Co schreien nur rum, dass wir das verhindern müssen, dass Schaeffler die Stellen abbaut, aber alle haben keine Ahnung wie der Markt momentan um die Windkraft bestellt ist. Vielleicht sollten diese Herrschaften sich vorher gedanken machen, bevor man der Meinung ist, 25% der Windkraft sollen in Zukunft Strom erzeugen und wir es momentan gerade mal auf 6,6% schaffen. Zuerst denken und dann den Mund aufmachen. Klar, ist es problematisch, dass so viele Menschen entlassen werden müssen. Leider bestimmt Angebot und Nachfrage den Markt und die Nachfrage ist momentan nur gering gegeben oder eben in Asien.

  • Ist natürlich eine tragische Sache, aber wenn die Windbranche derzeit so einen Eibruch hat, wird dem Unternehmen keine andere Möglichkeit bleiben. Da hilft auch das laute Schreien und lästern der Grünen nicht.

  • Keine erfreulichen Nachrichten für alle Beteiligten. So viele Mitarbeiterstellen zu streichen ist definitv für alle Parteien schmerzhaft. Schaeffler steht an und für sich für faire Mitarbeiterpolitik, wie Vorsitzender Geißinger immer wieder betont, es gibt weltweit rund 76.000 Mitarbeiter, allein letztes Jahr gab es einen Zuwachs von rund 2.000 Mitarbeitern. Man kann nur hoffen, dass das letzte Wort hier doch noch nicht gesprochen ist.

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