Energie

Jürgen Thumann
Thyssen-Krupp Aufsichtsrat weist Vorwürfe gegen Kontrolleure zurück

Skandale und Verluste plagen den Stahlkonzern Thyssen-Krupp. Aufsichtsratsmitglied Jürgen Thumann weist Vorwürfe zurück, das Kontrollgremium sei seinen Pflichten nicht ausreichend nachgekommen.
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BrüsselThyssen-Krupp Aufsichtsratsmitglied Jürgen Thumann weist Vorwürfe zurück, er sei seinen Pflichten als Kontrolleur unzureichend nachgekommen. „Ich habe nach besten Wissen und Gewissen gehandelt und mich eingesetzt“, sagte er im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Angesichts der im vergangenen Geschäftsjahr aufgelaufenen Verluste und zahlreicher Skandale hatten Kritiker bemängelt, dass es den Mitgliedern des Kontrollgremiums an der Bereitschaft gemangelt habe, Vorgänge engagiert zu prüfen. Niemand mache sich in den eigenen Kreisen gern unbeliebt, hieß es. Die Skandale reichten von First-Class-Flügen samt touristischem Begleitprogramm für Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bis hin zu illegalen Absprachen im Schienengeschäft.

„Solche Kritik muss ich akzeptieren, ich mache sie mir aber nicht zu eigen“, entgegnete Ex-BDI-Chef Thumann nun, der seit rund fünf Jahren Mitglied im Aufsichtsrat des Stahlkonzerns ist. Der Gremium  habe sich regelmäßig und häufiger getroffen, als es die Corporate Gouvernance vorsehe, mit allen damit verbundenen Recherchen und Prüfungen. „Im Rückblick verdichten sich die Dinge und man ist immer schlauer, als zum Zeitpunkt, zu dem sie geschehen“, bekräftigte Thumann.

Der Traditionskonzern steckt in der größten Krise seit der Fusion von Thyssen und Krupp 1999. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende September) hatte der Konzern einen Verlust von fünf Milliarden Euro bekanntgeben müssen. Das ist der mit Abstand höchste Fehlbetrag in der Firmengeschichte.

Zudem kommen auf Thyssen-Krupp Schadenersatzforderungen wegen illegaler Kartellabsprachen mit Schienenherstellern zu. Auch wegen der Verluste hatte sich der Konzern vom halben Vorstand getrennt – Olaf Berlien, Edwin Eichler und Jürgen Claassen hatten vorzeitig gehen müssen.

Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent

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