Energie

Kampf um K+S
Kali-Preisrutsch erhöht die Chancen für Potash

Mit seiner Übernahmeofferte beißt der kanadische Potash-Konzern bisher bei K+S auf Granit. Doch seit Juni sind die Preise für Kali stark gefallen – Analysten halten das Angebot von Potash nun für deutlich attraktiver.

Die Kaufofferte der Potash Corp. of Saskatchewan für ihren größten europäischen Konkurrenten K+S hat an Attraktivität gewonnen, sagen Analysten. Der im Juni gebotene Betrag von 7,85 Milliarden Euro sei durch den Rückgang des Kalipreises in der Zwischenzeit verlockender geworden.

Die K+S AG wies die Barofferte im Juni als zu niedrig zurück. Seither sind an den Kassamärkten in den USA die Preise für Kali um 12 Prozent gefallen, und Prognosen zufolge ist mit weiteren Rückgängen zu rechnen. Am Montag kündigte Mosaic, der größte US-amerikanische Anbieter, unter Hinweis auf die schwache Nachfrage an, die Förderung zurückzufahren.

Die Aktienkurse der Kalikonzerne sind im Einklang mit dieser Entwicklung gefallen. Die Titel von K+S haben seit Monatsbeginn 9,3 Prozent eingebüßt. Am Mittwoch gingen sie in Frankfurt bei 30,22 Euro aus dem Handel. Damit ist das Potash- Angebot von 41 Euro je Aktie attraktiv, urteilen der Analyst Nils-Peter Gehrmann von Hauck & Aufhäuser und Jeffrey Stafford von Morningstar Equity Research.

„Die Konzernleitung hält K+S mit 41 Euro je Aktie für unterbewertet; wir hingegen denken, dass das Unternehmen damit erheblich überbewertet ist“, schrieb Stafford in einer Studie vom Dienstag. Er hält 24 Euro je Aktie für einen fairen Preis. Sprecher von K+S waren nicht sofort erreichbar. Eine Sprecherin von Potash wollte sich nicht zu den Auswirkungen des Kalipreises äußern.

Gehrmann von Hauck & Aufhäuser schrieb in einer Kurzstudie, der kanadische Bieter werde vermutlich eine feindliche Übernahme anstreben. In jedem Fall seien die Chancen für eine Übernahme infolge der Marktturbulenzen gestiegen.

Andere Marktbeobachter sind nach wie vor skeptisch gegenüber einem möglichen Zusammenschluss. Angesichts der Kursverluste, die die Potash-Titel seit dem Gebot im Juni erlitten haben, würden die dafür vorgesehenen Mittel besser für einen Aktienrückkauf eingesetzt, argumentiert Ben Isaacson, Analyst bei der Bank of Nova Scotia in Toronto. „Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass Potash das falsche Kaliunternehmen kauft“, schrieb er am Mittwoch in einem Kommentar.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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