Energie

Klöckner & Co
Stahlhändler zahlt wieder Dividende

Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co, der 2016 nach einem Rekordverlust im Vorjahr wieder Gewinn machte, zahlt nun auch eine Dividende. Grund für den Gewinn sind höhere Stahlpreise und ein strikter Sparkurs.
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DüsseldorfDer Stahlhändler Klöckner & Co rechnet nach der Rückkehr in die Gewinnzone im laufenden Jahr mit weiter anziehenden Geschäften. „Wir erwarten einen Anstieg der realen Stahlnachfrage in Europa zwischen ein bis zwei Prozent und in den USA von drei bis vier Prozent“, sagte Vorstandschef Gisbert Rühl am Mittwoch bei der Vorlage der Bilanz 2016. Nach einem Rekordverlust 2015 von 347 Millionen Euro fuhr KlöCo 2016 dank gestiegener Stahlpreise und Kostensenkungen einen Nettogewinn von 37 Millionen Euro ein. Die zuletzt leer ausgegangenen Anleger sollen eine Dividende von 20 Cent je Aktie erhalten.

Rühl hatte dem Konzern einen strikten Sparkurs verordnet, 16 Standorte geschlossen und mehr als 600 der über 9000 Arbeitsplätze gestrichen. Sein Konzern konkurriert mit den Handelshäusern von Produzenten wie Thyssen-Krupp, Salzgitter oder Arcelor-Mittal. Der Schwerindustrie machen Überkapazitäten, Preisdruck und Billigimporte aus China zu schaffen. Nachdem die EU im vergangenen Jahr Anti-Dumping-Zölle gegen China verhängt hatten, sind die Stahlpreise angezogen. In Europa seien sie 2016 um 80 Prozent und in den USA um 40 Prozent gestiegen, berichtete Rühl. Sie lägen damit auf den Niveau von Anfang 2015.

KlöCo verdiente 2016 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 196 Millionen Euro nach 24 Millionen im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr stellte Rühl eine leichte Steigerung des operativen Gewinns, ein besseres Konzernergebnis und einen höheren Umsatz in Aussicht. Im ersten Quartal werde das Ebitda mit 65 bis 75 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 16 Millionen deutlich zulegen. Bei der Jahresprognose gebe es zudem noch Luft nach oben. Sie könne sich als konservativ erweisen. „Das hat Upside-Potenzial.“ Das zweite Halbjahr lasse sich aber noch schwer einschätzen. Zudem seien die Grundprobleme der Stahlbranche nicht gelöst. Er strebe jedoch auch für 2017 eine Dividende von mindestens 20 Cent je Aktie an.

Der Manager, der den Konzern seit 2009 führt, setzt auf den Ausbau des Handels über das Internet und die Konzentration auf höherwertige Produkte. Der Umsatzanteil der Online-Geschäfte betrage mittlerweile zwölf Prozent. Der Umsatzanteil höherwertiger Produkte, bei denen KlöCo den Kunden bereits einen Teil der Bearbeitung abnimmt, sei auf 46 Prozent von 39 Prozent gestiegen. „Als Folge werden wir voraussichtlich schon 2018, und damit zwei Jahre früher als ursprünglich geplant, den überwiegenden Teil unseres Umsatzes mit dem höherwertigen Geschäft erzielen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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