Energie

Kommentar zu RWE
Warum Terium es Teyssen nicht nachmachen kann

Der Konzernumbau bei RWE ist nicht so spektakulär wie beim Rivalen Eon. Für RWE-Chef Peter Terium hat angesichts der schwierigen Machtverhältnisse keine Alternative zu kleinen Schritten. Ein Kommentar.
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DüsseldorfEs kommt auf die Perspektive an. Gemessen an der Revolution, die Eon-Chef Johannes Teyssen in Düsseldorf anzettelt, nimmt sich der Umbau von RWE-Chef Peter Terium bescheiden aus. Während Teyssen nicht weniger als das Kerngeschäft, die Stromproduktion, abspaltet, belässt es Terium bei einer Straffung der Strukturen – und behält die Kraftwerke explizit bei.

Die Anzahl der GmbHs im RWE-Reich soll um 30 Prozent, die Anzahl der Aktiengesellschaften um 60 Prozent und die Anzahl der Aufsichtsratsgremien sogar um 70 Prozent reduziert werden. Damit will der Konzern den Bürokratieaufwand reduzieren und Entscheidungen beschleunigen. Ein Arbeitsplatzabbau soll bei dem Umbau nicht im Vordergrund stehen.

Gemessen an dem, was bei RWE machbar ist, kommt die Umstrukturierung aber sehr wohl einer kleinen Revolution gleich. Terium muss mit viel schwierigeren Machtverhältnissen zurechtkommen wie Teyssen. Es muss nicht nur auf zwei Gewerkschaften, IGBCE und Verdi, Rücksicht nehmen, sondern neben den „normalen“ Aktionären auch auf die einflussreichen kommunalen Aktionären.

Kaum ein deutscher Großkonzern hat einen ähnliche komplexen Aufsichtsrat wie RWE. Die Arbeitnehmer achten auf die Mitbestimmung, die Kommunen auf Standortinteressen. Zu seiner Strategie des „Schritt für Schritt“ hat Terium schlichtweg keine Alternative.

Aktionärsstruktur von RWE
Stand: 1. Quartal 2015

in Mio. Euro,

In diesem schrittweisen Vorgehen ist es ja auch mehr als denkbar, dass die Abspaltung der Kraftwerkssparte nur aufgeschoben ist – und in einem späteren Schritt vollzogen wird. Je mehr die Gewinne in der Stromproduktion dahin schmelzen, umso mehr wird auch der Widerstand bröckeln.

Es bleibt für RWE und seine Mitarbeiter nur zu hoffen, dass der Energiekonzern die einzelnen Schritte schnell genug machen kann. Allzu viel Zeit hat RWE schließlich nicht. Es geht um nicht weniger als um die Existenz.

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  • Die staatlich diktierte Energiewende und das marktfeindliche = gesellschaftsfeindliche EEG in Verbindung mit dem politischen Diktat eines Kernkraftausstieg und der ideologischen CO2 Verteufelung wird dafür sorgen, dass in Zukunft weder ein Energie-Stromkonzern noch ein andere Konzern bzw. Unternehmen der deutschen Volkswirtschaft in Deutschland einen wirtschaftlichen Mehrwert mehr erreichen kann. Energiewende/EEG/Kernkraftausstiegszwang = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug danach der Mangel und zum Schluss die Armut. Deutschland läuft einer dunklen Zukunft entgegen. Diese dunkle Zukunft haben wir der Willkür und markt- = gesellschaftsfeindlichen Grün-Sozialistischen Politik unter der Führung des Merkel-Union Diktat zu verdanken!

  • Wo wohl die Rückstellungen für den Atom-Müll landen. Mir scheint die Kohle wird man noch lange suchen.

  • Ja so sind sie halt
    großkonzerne und soz volkswirtschaften des 20.jahrhunderts
    von diktatoren und einer nomenklatura beherscht
    können sie nur in monopolistischen struckturen überleben
    [...]
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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