Energie

Lafarge-Holcim bis Hochtief
Konzerne buhlen um Trumps Mauer-Auftrag

Der Bau einer Grenzmauer zu Mexiko, den Donald Trump versprochen hat, wäre ein Milliardengeschäft. Viele Konzerne weltweit hoffen bereits auf Aufträge. Jetzt meldet auch der Zementriese Lafarge-Holcim Interesse an.
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ZürichDer Zementriese Lafarge-Holcim will am geplanten Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko mitarbeiten. „Wir sind der größte Zementproduzent in den USA“, sagte Konzernchef Eric Olsen am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters. „Wir werden bei allen entscheidenden Infrastrukturprojekten in den USA mitmachen.“

Das schweizerisch-französische Unternehmen will aber auch am Bau von Brücken oder Flughäfen mitverdienen. „Alle diese Projekte werden zu einem starken Wachstum in den USA beitragen“, sagte Olsen. „Gemessen am Gewinnbeitrag dürften die USA zu unserem Markt Nummer eins werden." Gegenwärtig liegt noch das Schwellenland Indien auf dem Spitzenplatz, wo die Geschäfte zuletzt allerdings unter einem starken Monsun und der Bargeldknappheit litten.

Der neue US-Präsident Donald Trump hat versprochen, die teilweise marode Infrastruktur des Landes mit Investitionen von einer Billion Dollar auf Vordermann zu bringen. Die Finanzierung solle durch den öffentlichen und privaten Sektor sichergestellt werden. Der Bausektor frohlockt. „Wir sehen die eine Billion Investition als echte Gelegenheit für die Zukunft“, sagte Olsen.

Der deutsche Baukonzern Hochtief könnte seinen Hut ebenfalls in den Ring werfen. „Wir sind offen für alles“, hatte Konzernchef Marcelino Fernandez Verdes am Dienstag erklärt. Nordamerika sei ein wichtiger Markt für das Unternehmen. Die beiden US-Töchter Flatiron und Turner setzten 2017 darauf, sich dort an Ausschreibungen mit einem Volumen von rund 65 Milliarden US-Dollar zu beteiligen.

Auch die mexikanische Cemex und die deutsche Heidelberg Cement haben bereits Interesse an Baustofflieferungen signalisiert. „Wenn [die Mauer realisiert wird], wären wir mit Zementwerken in Texas und Arizona gut vorbereitet“, sagte Heidelberg-Cement-Chef Bernd Scheifele bereits am Tag nach Trumps Wahl.

Konkrete Pläne für seine Infrastruktur-Offensive hat Trump allerdings nicht vorgelegt. Für die Grenzmauer gibt es ebenfalls bislang vor allem nur Ankündigungen aus dem Wahlkampf. Mit der mehr als 3000 Kilometer langen Mauer an der Grenze zu Mexiko will Trump illegale Einwanderer aus dem Nachbarland fernhalten. Das Projekt dürfte etliche Milliarden Dollar verschlingen, auch wenn das US-Heimatschutzministerium in seinem Etat bisher nur 20 Millionen Dollar ausgemacht hat, die es für das umstrittene Projekt abziehen kann. Noch gebe es keine Ausschreibungen, betonte Hochtief-Chef Fernandez Verdes.

Für Hochtief ist Nordamerika ein wichtiger Markt. 2016 hatten die Essener dort rund elf Milliarden Euro umgesetzt – rund 55 Prozent der gesamten Erlöse. Der Auftragseingang in der Region lag bei 13,7 Milliarden Euro, im Gesamtkonzern waren es 24,8 Milliarden Euro. Rund 9500 Menschen arbeiten in Nordamerika für Hochtief-Gesellschaften.

Die 1947 in Colorado gegründete US-Tochter Flatiron ist unter anderem auf den Bau von Brücken, Autobahnen und Flughäfen spezialisiert. Die Tochter Turner errichtet Stadien, Hotels und Krankenhäuser in den USA. Hochtief sei „strategisch gut positioniert“, bilanzierte Fernandez Verdes.

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  • Was heißt hier Ausschreibung?
    Es kann doch sein, dass es einen hohen Metallzaun gibt, vielleicht wird der elektrifiziert?

    Dann wären die Zement-Baulöwen weg vom Fenster und die Stahlhersteller und die E-Gesellschaften würden sich freuen können. U.U. Strom durch Sonnenenergie, da es dort sehr sonnig sein soll. Grüne Schützer könnten sich zufrieden zurücklehnen. Wäre auch billiger.
    Wer weiß was noch passiert?

  • Gestern hat Herr Trump in einer Rede gesagt, dass seine Regierung eine Billion
    Dollar bewegen will. Nun schreiben hier einige über die paar Dollar für die Grenzsicherung zu Mexiko, das ist doch pure Zeitverschwendung für Peanuts.

  • Trumps Gehabe ist unseriös. Noch immer hat er keine Hinweise gegeben, wie er die Sache finanzieren will. Es ist alles nur heiße Luft. Mit so einem würde ich niemals ein Geschäft abschließen. Er hat massenweise seine Geschäftspartner beschissen. Zuletzt hatte er eine Klage am Hals, wegen Betruges mit einer Gefakten "Universität". Mit so jemandem kann man doch nicht ersthaft über ein öffentliches Bauprojekt verhandeln. Der kann brüllen, wie Adolf, das ist alles.

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