Energie

Mit mehr Gewinn gegen Potash
K+S ist gewappnet für den Abwehrkampf

K+S lehnt eine Übernahme durch Potash weiter ab. Nun verbessern sich die Argumente des Dax-Konzerns: Der Gewinn steigt um gut 40 Prozent. Im Gesamtjahr soll es so weiter gehen, doch der Abwehrkampf könnte teuer werden.
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FrankfurtDer Salz- und Düngemittelhersteller K+S geht gestärkt in den Abwehrkampf gegen den kanadischen Rivalen Potash. Im ersten Halbjahr baute das Kasseler Unternehmen dank höherer Preise und des starken Dollar seinen Gewinn kräftig aus. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand weiter mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg, obwohl wegen des Übernahmepokers mit Potash „nicht unerhebliche Kosten“ entstehen könnten.

Die Avancen der Kanadier, die K+S für 41 Euro je Aktie übernehmen wollen, wies das Management erneut zurück. „Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass dieser Preis nicht annähernd dem fundamentalen Wert von K+S entspricht“, sagte Finanzchef Burkhard Lohr in einer Videobotschaft. Sollte Potash aber einen neuen Vorschlag machen, werde K+S diesen prüfen.

Im ersten Halbjahr steigerte das Unternehmen seinen operativen Gewinn (Ebit I) um knapp 32 Prozent auf 496 Millionen Euro - mehr als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 317 Millionen zu Buche, ein Zuwachs von gut 42 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. „Wir hatten ein sehr starkes erstes Halbjahr“, urteilte Lohr.

K+S profitierte von gestiegenen Preisen für Auftausalz in Nordamerika. Der Gewinn im Salz-Geschäft, in dem K+S Weltmarktführer ist, stieg sprunghaft an. Im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte verdiente der Konzern im Halbjahr zwar mehr, von April bis Juni fiel der operative Gewinn jedoch fast um zehn Prozent. Im Vorjahresquartal war allerdings eine Versicherungsleistung aus dem Grubenunglück in Unterbreizbach enthalten.

Für das Gesamtjahr präzisierte Vorstandschef Norbert Steiner die Prognose. Er rechnet nun mit einem Umsatzanstieg auf 4,35 bis 4,55 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis zwischen 780 und 860 Millionen Euro. Bislang hatte er einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr hatte K+S bei einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 641 Millionen Euro erzielt.

Im Übernahmekampf um K+S bleiben die Fronten weiter hart. Der kanadische Angreifer Potash hat seine Offerte einer freundlichen Übernahme von K+S zum Preis von 41 Euro je Aktie vor wenigen Tagen bekräftigt und dabei Standort- und Arbeitsplatzgarantien für die nächsten fünf Jahre in Aussicht gestellt. Analysten interpretieren den jüngsten Vorstoß der Kanadier dessen ungeachtet als klares Signal, dass Potash am Ball bleibt und versucht weiter Druck auf das Management von K+S aufzubauen. Vor diesem Hintergrund war es für den K+S-Vorstand wichtig, mit ordentlichen Zahlen zu punkten und auf diese Weise seine Position zu untermauern, dass das Kasseler Unternehmen deutlich mehr wert.

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  • Wer so seine Aktionäre anschmiert, sollte vom Markt genommen werden.

    Staatliche Aufsichten, die nichts merken, können problemlos geschlossen werden. Eine BAFin, die nicht funktioniert, wird zum Problem für dessen Aufseher, den Bundesfinanzminister.

    Ich habe schon mehrfach auf die Probleme mit der BAFin hingewiesen. Es sieht danach aus, dass die BAFin eine Lobbyvereinigung und keine staatliche Aufsicht ist. Diese Aufsicht ist näher an den Bonusempfängern als an den kleinen Sparern, die mit ihrer Unterstützung ständig "abrasiert" werden.

    Ich denke an die ca. 80 Mrd. €, die die BAFin der Versicherungswirtschaft zu Lasten der Lebensversicherungskunden gebucht hat. Ich denke aber auch an die aktuelle Praxis der Versicherer ihrer eigenen Lebensversicherungssparte überteuerte Kredite in die Bücher zu stellen und auf diese Weise weiteres Geld den Lebensversicherten zu entziehen.

    Was sagt die BAFin, was sagen die Gerichte, was sagt der Bundesfinanzminister zu dieser Praxis?

    Wenn sie schweigen, dann brauchen wir diese Institutionen nicht. Dann sparen wir wenigstens der Kosten und die Pensionen der Bediensteten ein.

  • Jeder Aktienbesitzer muss sich doch die Frage stellen, wie das denn so mit der Bilanzierung ist. Da macht ein Investor einen höheren Unternehmenswert aus und der Vorstand des Börsenunternehmens erklärt, dass sein Wert weit höher als die bisherigen Aktiennotierungen ist. Sodann folgen völlig andere Publikationen.

    Was kann oder was darf man denn dann von den Bilanzierungen halten? Aus heutiger Sicht muss man sagen: "nicht viel".

    Wenn das alles so einfach ist, dann muss sich doch der Gesetzgeber fragen, was er denn so als gesetzlich legitim verstehen will. Schließlich hat man einen Herrn Hoenß wegen weit weniger verknackt. In Deutschland scheint in der Tat nicht jeder vor dem Gesetz gleich zu sein.

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