Energie

Pfingsten
Der Feiertag des Ökostroms

An Pfingsten ruhen die Industriebetriebe, die Tage sind lang und die Menschen draußen. Für Stromkonzerne bedeutet das: Der Verbrauch sackt deutlich ab. Für den Ökostrom könnte das ein historischer Moment werden.
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BerlinPfingsten ist für Stromkonzerne und Stadtwerke das, was ein plötzlicher Regentag für den Eisverkäufer bedeutet: Gerade noch lief das Geschäft rund, dann bricht die Nachfrage zusammen. 50 Tage nach Ostern ruhen die meisten Industriebetriebe, die Tage sind lang und hell, die Menschen draußen. Die Elektronen machen ein langes Wochenende.

Am Sonntag sackt der Verbrauch ab und am Montag zieht er auch nicht an. Es ist wohl der Tag im Jahr, an dem Deutschland am wenigsten unter Strom steht. Es könnte ein großer für den Ökostrom werden: Scheint die Sonne, und weht der Wind, so wäre zumindest für einige Stunden die Republik „100 Prozent erneuerbar“. Was selbst die Anti-Atom-Bewegung lange nur als Utopie sah, wäre Wirklichkeit. Und der Wetterbericht verheißt 15 Stunden Sonne pur über ganz Deutschland.

Der Pfingstmontag ist auch eine Zeitreise in die Zukunft der Energie. 80 Prozent Ökostrom am Jahresverbrauch, das ist das Regierungsziel für 2050. Wie im Brennglas zeigen sich jetzt all die Probleme und Konflikte, die damit verbunden sind. Dieser Tag lässt daher auch die Netz-Manager in den Schaltzentralen keineswegs entspannt im Sessel zurücksinken.

An Wintertagen benötigt Deutschland rund 80 Gigawattstunden Strom, dann laufen fast alle Kraftwerke – ob Wind, Solar, Kohle oder Atom. Zusätzliche Reserven aus bereits eingemotteten Anlagen auch aus dem Ausland müssen an einigen Tagen sogar das Netz stabilisieren. Noch kurz vor Pfingsten ist die Nachfrage recht hoch, doch spätestens am Pfingstmontag stürzt sie regelmäßig ab, auf gerade 30 bis 40 Gigawattstunden.

Zum Vergleich: Deutschlands Solaranlagen allein können an einem sonnigen Tag bereits rund 35 Gigawattstunden liefern. Von Windrädern könnte locker der Rest kommen, wenn es einigermaßen weht. Aber auch Biomasse-Anlagen und Wasserkraftwerke könnten unabhängig vom Wetter noch über zehn Gigawattstunden beisteuern.

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