Energie

Produktionsstopp
Firmen sorgen sich um Mitarbeiter in Ägypten

Ausländische Unternehmen in Ägypten treffen wegen der Unruhen im Land Vorsichtsmaßnahmen. Großkonzerne stoppen die Produktion, Verwaltungsmitarbeiter dürfen von daheim arbeiten. Der Außenhandel lahmt.
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Kairo/BerlinErste ausländische Unternehmen ziehen Konsequenzen aus den Gewaltexzessen in Ägypten. Auch deutsche Konzerne wie Metro sorgen sich um ihre Beschäftigten vor Ort. Der weltweit zweitgrößte Haushaltsgeräte-Hersteller Electrolux stoppt bis auf weiteres seine Produktion in dem Krisenland. „Wir beobachten die Sicherheitslage und werden dann entscheiden, ob die Leute wieder arbeiten gehen sollen“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Am Samstag werde überprüft, ob die Fertigung wieder aufgenommen werden könne. Die AEG-Mutter beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter in Ägypten. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen dort rund 232 Millionen Euro um - bei einem Gesamtumsatz von fast 13 Milliarden Euro.

Die Opel-Mutter General Motors unterbricht die Produktion in einem Werk nahe Kairo. „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter ist von größter Bedeutung für uns. Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten“, sagte ein Firmensprecher. GM beschäftigt in der Fabrik etwa 1400 Mitarbeiter, die dort leichte Nutzfahrzeuge, Pkw und Kleinbusse montieren.

Auch deutsche Unternehmen ziehen die Reißleine. „Als vorsorgliche Maßnahme wurde das Headquarter der Metro in Kairo vorübergehend geschlossen“, sagte eine Sprecherin des Handelskonzerns. Die beiden Metro-Großmärkte in Kairo sollen „voraussichtlich zwischen 16.00 und 17.00 Uhr schließen, so dass die Mitarbeiter ausreichend Zeit haben, vor der offiziellen Ausgangssperre nach Hause zu kommen“. Mitarbeitern würden Shuttle-Busse zur Verfügung gestellt, mit denen sie nach Hause gebracht werden.

Der Konsumgüterkonzern Henkel führt seine Waschmittelproduktion in Port Said bis auf weiteres fort. Dort sind 600 Mitarbeiter beschäftigt. Den 190 Kollegen in der Verwaltungszentrale in Kairo - die außerhalb des umkämpften Stadtzentrums liegt - können von zu Hause aus arbeiten. Die meisten seien aber zur Arbeit gekommen, sagte eine Henkel-Sprecherin.

Auch die Öl- und Gasfördertochter Dea des Energiekonzerns RWE beobachtet die Lage genau. „Wir sind vorbereitet, falls notwendig, die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen“, sagte ein Sprecher. Die Produktion des Duft- und Aromenherstellers Symrise ist von der jüngsten Gewalteskalation verschont geblieben. Das niedersächsische Unternehmen stellt mit etwa 100 Mitarbeitern in einem Werk im Außengürtel von Kairo Aromen, Emulsionen und natürliche Extrakte her. Sollte sich die Situation weiter zuspitzen, will Symrise seine Beschäftigten vorsichtshalber nach Hause schicken und die Produktion zeitweise ruhen lassen, wie ein Sprecher sagte.

Schon vor den jüngsten Ausschreitungen hat Ägyptens Wirtschaft unter der unsicheren Lage gelitten. In den neun Monaten bis Ende März legte das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 2,3 Prozent zu. Experten halten ein Wachstum von mindestens sechs Prozent für notwendig, um ausreichend Jobs zu schaffen. Die Zentralbank senkte am 1. August überraschend ihren Leitzins, um die Konjunktur anzukurbeln.

Der deutsche Handel mit dem nordafrikanischen Land ist eingebrochen. In den ersten fünf Monaten 2013 beliefen sich die Exporte auf 194 Millionen Euro, ein Minus von 80 Prozent. Die Importe aus Ägypten rutschten sogar um mehr als 90 Prozent ab auf nur noch 63 Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Aber es ist doch so schön viel billiger als woanders!!!

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