Energie

Schoeller-Bleckmann
Öldienstleister rutscht in die roten Zahlen

Unter dem Sparkurs der großen Ölkonzerne leiden auch Dienstleister wie Schoeller-Bleckmann. Das Unternehmen aus Österreich ist zum Jahresstart in die roten Zahlen geraten, Umsatz und Auftragseingang gehen stark zurück.

WienDie österreichische Ölfeld-Servicefirma Schoeller-Bleckmann (SBO) leidet unter der anhaltend schwachen Nachfrage der Ölindustrie. Der Auftragseingang werde im zweiten Quartal ähnlich schwach ausfallen wie zum Jahresauftakt, sagte Konzernchef Gerald Grohmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Im ersten Quartal sanken die Ordereingänge um mehr als ein Viertel auf 40,6 Millionen Euro.

Wann es in der vom schwachen Ölpreis gebeutelten Branche wieder bergauf gehen und SBO aus den roten Zahlen kommen werde, sei derzeit noch nicht absehbar. „Das Industrieumfeld hat sich noch nicht verbessert, der Abschwung ist noch nicht vorbei.“ Die SBO-Aktie verlor 1,3 Prozent und war damit Schlusslicht im österreichischen Leitindex ATX.

Im ersten Quartal schrieb das Ternitzer Unternehmen einen Verlust von 15,0 Millionen Euro nach einem Gewinn von 10,4 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Ein gutes Zeichen ist nach Ansicht des SBO-Chef, dass sich die Fundamentaldaten verbessert hätten. Die Produktion von Öl gehe zurück, die Nachfrage nehme aber zu. Am Mittwoch stieg der Preis für das US-Leichtöl WTI mit 49,45 Dollar auf den höchsten Stand seit Oktober 2015. Grohmann erwartet, dass der Aufschwung zuerst in Nordamerika einsetzt, da die dortige Ölindustrie zuletzt die stärksten Einbußen verzeichnete.

SBO beliefert große Ölfirmen wie etwa Schlumberger oder Halliburton, die aufgrund des Ölpreis-Verfalls massiv ihre Ausgaben für Bohrköpfe und Bohrgestänge für die Suche nach Öl und Gas stutzen. „Je länger und tiefer der Abschwung ist, desto steiler wird in der Regel der nächste Aufschwung"“ gab sich der SBO-Chef zuversichtlich. Dass sein Unternehmen den Abschwung nicht überleben könnte, wies der Firmenchef zurück. „Nein, diese Gefahr sehe ich nicht.“ Mit 135 Millionen Euro habe das Unternehmen ausreichend liquide Mittel.

Um gegenzusteuern wollen die Österreicher dennoch weiter Kosten senken. Auch ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen sei nicht auszuschließen, sagte Grohmann. Dieser werde sich aber verlangsamen, da SBO mit der notwendigen Kernmannschaft für den nächsten Aufschwung gerüstet sein wolle. Ende 2014 – bevor die Krise der Ölindustrie bei SBO voll durchschlug – zählten die Österreicher noch gut 1700 Mitarbeiter, zuletzt waren es noch knapp 1100.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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