Energie

Shell, BP, Chevron
Big Oil hat Schlagseite

Mit Massenentlassungen und massivem Rückbau der Investitionen reagieren die Ölmultis auf den dauerhaft niedrigen Rohölpreis. Noch federn ihre Raffinerien das Schlimmste ab. Experten sehen aber kaum Chancen auf Besserung.
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DüsseldorfEs ist rund ein Jahr her, dass die Rohölpreise quasi über Nacht einbrachen. Öl ist heute weniger als die Hälfte wert. Bei den großen internationalen Ölkonzernen hat dieser Preiseinbruch tiefe Spuren hinterlassen: Ihre Gewinne brechen weg. Allein das zuvor verpönte Raffineriegeschäft federt die Folgen des schwachen Ölpreises etwas ab. Nun steuert die Branche massiv gegen.

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell etwa hat mit Vorlage seines Halbjahresergebnisses einen massiven Jobabbau angekündigt. Insgesamt will das Unternehmen 6.500 Stellen streichen. Zuvor hatte Shell bekannt gegeben, dass der Nettogewinn um 37 Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar geschrumpft ist.

Zusätzlich will der Ölmulti mit 30 Milliarden Dollar 20 Prozent weniger investieren als im vergangenen Jahr. Zurück in die Spur sollen das Unternehmen auch Verkäufe von Unternehmensanteilen – ebenfalls im Wert von 30 Milliarden Dollar – bringen. Das kündigte Shell-Chef Ben van Beurden in einer Videobotschaft an.

Kaum besser sieht es bei der Konkurrenz aus. Der zweitgrößte US-Konzern Chevron entlässt 1500 Mitarbeiter, bei dem drittgrößten US-Ölkonzern Conoco Phillips sind es fünf Prozent der Belegschaft, das sind rund 1000 Stellen. Es könnten aber noch mehr werden, kündigte das Unternehmen bereits an. Insgesamt will Conoco eine Milliarde Dollar an Kosten einsparen, so lange der Ölpreis so niedrig bleibt. Der Konzern hatte für das zweite Quartal einen Verlust von 179 Millionen Dollar bekanntgegeben.

Der Branchenprimus Exxon Mobil gab am Freitag bekannt, dass im zweiten Quartal die Hälfte des Gewinns wegbrach. Bei Chevron betrug das Minus sogar 90 Prozent. Auch BP kündigte in dieser Woche an, die Investitionen weiter herunterzufahren.

Die großen Ölgesellschaften stehen weltweit unter Druck, nachdem der Rohölpreis im vergangenen Jahr abgerutscht ist. Bis Ende Juni 2014 war ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) noch knapp 115 Dollar wert. Aktuell kostet Öl in Europa nur noch 53 Dollar. Die Einigung mit Iran im Atomstreit hat den Preis seit Anfang Juli noch einmal stärker fallen lassen.

Kommentare zu " Shell, BP, Chevron: Big Oil hat Schlagseite"

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  • Herr Reiner Vogels@
    Um das System zu entlarven müssen Sie aber die Frage nach dem Wohlstand stellen. Nur so wir deutlich, dass es gar nicht um das Wohl des Volkes geht.

  • Sorry, der letzte Satz war nicht ganz fertig.

    Er sollte lauten: Jedenfalls scheint mir das im Blick auf die menschliche Gesellschaft und sie beherrschenden Kräfte nicht ganz abwegig zu sein.

  • @ Marc Hofmann

    Was verleitet Sie zu der Annahme, daß es das Ziel der uns Regierenden sei, den Wohlstand der Menschen zu befördern? Weisen nicht ihre Taten (Energiewende, Griechenlandrettung, unkontrollierte Masseneinwanderung ... ) auf eine geradezu zielgerichtete, künstliche Verarmung der breiten Masse der Bevölkerung hinaus?

    Wie, wenn genau das Absicht wäre? "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen."

    Armut macht gefügig.

    Wohlstand macht frei und unabhängig.

    Vielleicht haben die uns regierenden "Eliten" bzw. die hinter ihnen stehenden eigentlichen Machthaber in den großen Konzernen und der Finanzindustrie jenseits des Atlantik überhaupt kein Interesse an einer freien Bevölkerung, die sich das "unverschämte" Recht herausnehmen könnte, mit ihrem eigenen Verstand zu denken.

    Nietzsche, den ich als Christ übrigens keineswegs für einen wegweisenden Philosophen halte, hatte vielleicht in seiner Diagnose der Welt dann doch recht, als er erklärte, daß hinter allem am Ende immer der "Wille zur Macht" steht. Jedenfalls scheint mir das i

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