Energie

Stahlbranche
Zypries will gegen unfairen Wettbewerb kämpfen

Gegen Dumpingpreise und höhere Importzölle: Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries will der deutschen Stahlindustrie auf die Beine helfen. Vor allem China exportiere Probleme auf den Weltmarkt.
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BerlinBundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries will der durch chinesische Niedrigpreise und Importerschwernisse in den USA bedrohten deutschen Stahlindustrie unter die Arme greifen. Die Branche sei eine "Basisindustrie" und damit zentraler Baustein für die gesamte Produktion hierzulande, sagte die SPD-Politikerin. "Deswegen wollen wir helfen." Der Konsolidierungsprozess in der Branche sei wahrscheinlich noch nicht zu Ende. "Aber er darf nicht getrieben werden durch unlauteren Wettbewerb, dem die Stahlindustrie von verschiedener Seite ausgesetzt ist."

Der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, beklagte beim "Berliner Stahldialog", in der Branche werde "foul" gespielt. China exportiere zum Beispiel seine Strukturprobleme mit horrenden Überkapazitäten auf die Weltmärkte. Zypries, die gerade von einem Besuch in China zurückgekommen ist und dabei auch mit der kommunistischen Führung in Peking das Thema besprochen hat, vertrat die Auffassung, diese Probleme ließen sich nur gemeinsam im Kreis der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer lösen. Deutschland wolle das im Rahmen seiner diesjährigen G20-Präsidentschaft vorantreiben.

Der weltweite Stahlmarkt ist seit geraumer Zeit in Unordnung. Zypries sprach von einem aktuellen Kapazitätsüberhang Chinas von rund 350 Millionen Tonnen, der auf die Preise drücke. Die Europäer und die USA werfen China Dumpingpreise vor und haben zum Schutze der heimischen Hersteller Importzölle auf einige Stahlprodukte aus dem Reich der Mitte angehoben. Der neue US-Präsident Donald Trump sieht aber auch bei den Deutschen und anderen ausländischen Stahlherstellern unfaire Praktiken. Er leitet daraus die Berechtigung ab, die Importzölle bei einigen Sorten zu erhöhen und hat das teils schon getan. Mit der US-Regierung will Zypries nächste Woche genau darüber sprechen. Sie zweifelt die Berechnungsgrundlage an, die die Amerikaner zu solchen Vorwürfen gegen deutsche Hersteller kommen lassen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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