Energie

Stromanbieter
Flexstrom gerät immer stärker unter Druck

Die Krise der Flexstrom-Gruppe erreicht eine neue Eskalationsstufe: In Wuppertal verlieren zwei Gesellschaften nach Zahlungsstreitigkeiten den Netzzugang. Ausbaden müssen dies nun die Kunden.
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BerlinDer umstrittene Berliner Billigstromanbieter Flexstrom gerät weiter unter Druck. Nach Recherchen des Handelsblattes hat die Netztochter der Stadtwerke Wuppertal die Lieferantenrahmenverträge mit den Flexstrom-Tochtergesellschaften Löwenzahn Energie und Optimal Grün fristlos gekündigt und ihnen die Netzzugänge zum 18. Januar entzogen. Der Billiganbieter war bereits in den vergangenen Monaten auffällig geworden.

„Wir haben uns das Treiben lang genug angesehen“, sagt Holger Stephan, der Sprecher der WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH dem Handelsblatt. „Mal kamen die Zahlungen, mal nicht, selten pünktlich.“ Nachdem die Beschwerden reihenweise verpufften, machten die Wuppertaler Stadtwerke dann ein letztes Angebot: Zusammenarbeit nur noch gegen Vorkasse. Als nach Darstellung der Stadtwerke keine Antwort kam, schalteten sie ab.

Flexstrom wies die Vorwürfe auf Anfrage des Handelsblatts zurück. Die Rechnungen von Löwenzahn Energie und Optimal Grün seien bezahlt, ja es gebe sogar Guthaben, sagte Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel. „In dem Verhalten des Netzbetreibers sehen wir deshalb einen willkürlichen Verstoß gegen die Marktliberalisierung.“ Flexstrom wolle nun die Bundesnetzagentur anrufen. Die Stadtwerke Wuppertal blieben auch auf erneute Nachfrage bei ihren ursprünglichen Angaben. Das Unternehmen habe die Bundesnetzagentur bereits über die Abschaltung informiert.

Die betroffenen Kunden fallen nun in die Grundversorgung durch die Stadtwerke und müssen dort den vom 18. Januar an verbrauchten Strom zunächst nochmal zahlen – auch wenn sie bei Optimal Grün oder Löwenzahl auf Vorkasse beliefert wurden und dort noch über Guthaben verfügen.

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Dumping-Modell basiert auf vager Hoffnung

Kommentare zu " Stromanbieter: Flexstrom gerät immer stärker unter Druck"

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  • Und wer glaubt, er sei sicher bei monatlicher Abschlagszahlung vor Tricks dieser Firma, der irrt. Seit Januar diesen Jahres werden die monatlichen Abschlagszahlungen vor Fälligkeit abgebucht, der Abschlag für April 2013 derzeit ab dem 21.03.2013. Da kann sich doch jeder sein Teil denken.

  • Hallo, wir warten schon seit Oktober auf unserer Geld, der Betrag ist nicht unerhäblich, auf Mails wird seit Monaten nicht geantwortet oder wir gaben es an die dem entsprechende Stelle weiter, es wird überhaupt nicht reagiert. Und außerdem wird einfach Geld noch vom Konto gebucht, auch wenn schon gekündigt wird. Auf Kündigungen selbst Anwaltsmäßig wird nicht reagiert. Es werden auch keine Bestätigungen geschickt trotz Kündigungen, das gilt auch für Flex-Gas.

  • hmm.. also ich habe diesen Artikel gelesen, da ich seit Januar um meinen Bonus bei Flexstrom kämpfe.. Alle Mails werden mit einem Standardschreiben beantwortet.. Angeblich sei der Bonus bereits berechnet worden. Ist aber nicht so.
    hmmm kündigen kann ich erst zum Ende des Jahres. Ich hoffe dass die Firma bis dahin noch durch hält. Ich werde in jedem Fall die Einzugsermächtigung widerrufen und den nächsten Abschlag manuell überweisen (abzüglich des mir zustehenden Bonus).. Mal sehen was dann passiert. :-)
    VG
    hoffmanderl

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