Energie

Überschuldung
Solarworld stellt Insolvenzantrag

Solarworld will „unverzüglich“ einen Insolvenzantrag stellen. Der Solarkonzern ist überschuldet und sieht keinen anderen Ausweg mehr. In der globalen Solarindustrie bestehen seit Jahren gewaltige Überkapazitäten.
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DüsseldorfPaukenschlag in Bonn: Solarworld, Deutschlands letzter großer Hersteller von Photovoltaikpaneelen, ist pleite. Der Vorstand des Konzerns kam am späten Mittwochnachmittag zu der Überzeugung, dass „keine positive Fortbestehungsprognose“ mehr für das Unternehmen besteht. Als Grund nannte der Konzern in einer Ad-hoc-Mitteilung die „voranschreitenden Preisverwerfungen“ auf den internationalen Photovoltaikmärkten.

„Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld. Wir werden uns nach allen Kräften dafür einsetzen, so viele Arbeitsplätze und Produktionen wie möglich zu erhalten“, ließ Solarworld-Chef Frank Asbeck mitteilen.

In der globalen Solarindustrie bestehen seit Jahren gewaltige Überkapazitäten. Die Preise stehen enorm unter Druck. Allein zwischen 2009 und 2015 sind die Preise für Paneele nach Berechnungen der Erneuerbaren-Energien-Agentur Irena um 80 Prozent gesunken. Was Verbraucher freut, ist ein Alptraum für Modulhersteller wie Solarworld. Unternehmensgründer und Ökopionier Frank Asbeck hat bis zuletzt versucht, seine Firma irgendwie zu retten. Er wollte den Konzern gesundsparen, indem er mehr als jede zehnte der 3000 Stellen des Konzerns streicht.

Überraschend kommt die Pleite nicht. Die Risikolage des Konzerns hat sich zuletzt „verschärft“. Der Vorstand bewertete die Lage seit Ende 2016 mit der höchsten Risikostufe „sehr hoch“. Solarworld war schwer angeschlagen. Der Konzern schrieb seit sechs Jahren in Folge Verluste. Im Vorjahr ist der Umsatz zwar leicht angestiegen – auf 803 Millionen Euro. Aber der Verlust hat sich mit gut 92 Millionen beinahe verdreifacht. Im Tagesgeschäft verdiente Solarworld schon lange kein Geld mehr, der Konzern verbrannte es. Allein 2016 sind die liquiden Mittel der Firma um 100 Millionen Euro abgeschmolzen – auf kaum mehr als 80 Millionen Euro.

Die Nettoverschuldung bei Solarworld schoss gleichzeitig von 217 auf 302 Millionen Euro in die Höhe. Nun steht fest: Die Gesellschaft ist überschuldet. Der Vorstand musste die Reißleine ziehen. Das Geschäftsmodell von Solarworld war nicht mehr konkurrenzfähig. Der Konzern litt unter seiner mangelnden Größe. Mit einer jährlichen Fertigungskapazität von 1500 Megawatt konnte Solarworld zu wenig Skaleneffekte geltend machen, um zu überleben. Denn die Preisschlacht im Photovoltaikmarkt wird über die produzierte Masse gewonnen.

Wer mehr produziert, hat aufgrund von Skaleneffekten geringere Stückkosten und kann günstigere Module anbieten. Doch allein der chinesische Solarkonzern Trina Solar kann in seinen Werken pro Jahr fast vier Mal so viele Module fertigen wie Solarworld. Der Konzern wurde einst als grüner Börsenstar gefeiert und war in seinen Glanzzeiten mehr als 4,6 Milliarden wert.

Solarworld stand schon einmal vor der Pleite. Im Sommer 2013 überzeugte Konzerngründer Asbeck seine Aktionäre aber davon, auf mehr als 95 Prozent ihres Kapitals zu verzichten und so die drohende Insolvenz abzuwenden. Dieses Mal ist die Pleite des 1998 gegründeten Unternehmens wohl endgültig.

Kommentare zu " Überschuldung: Solarworld stellt Insolvenzantrag"

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  • Herr Narrog ist Atom-Industrie-Lobbyist. Einfach mal googeln. Damit ist zumindest die Intention der Aussagen geklärt.

  • Herr Holger Narrog - 11.05.2017, 09:17 Uhr

    In welchen Bereich haben sie sich beruflich beschäftigt?

    http://www.ingenieur.de/Politik-Wirtschaft/Energie-Umweltpolitik/Kernkraft-erhaelt-deutlich-Subventionen-Erneuerbaren-Energien

  • Herr Nampf...ökoreligiöse Atomphobie....

    Der wesentlichste Unterschied zwischen der modernen Kernenergie und der Solarenergie ist dass man im ersten Fall die Kernenergie direkt nutzt und damit eine gut steuerbare Energiequelle sehr hoher Energiedichte hat die man mittlerweile gut zu industrialisieren weiss und im letzteren Fall die Energie eines 150 Mio. Km entfernten, natürlichen Kernkraftwerks irgendwie einzufangen sucht. Die Energiedichte ist auf der Erde sehr gering und auch nicht bedarfsgerecht.

    Eine Subvention der Kernenergie in Deutschland ist weder mir noch Bekannten die sich viele Jahrzehnte damit beruflich beschäftigt haben bekannt.
    - Man kann natürlich aus der Entsorgung des abgebrannten Kernbrennstoff ein unendliches und unendlich teures politisches Spektakel machen. Das ist allerdings nicht sachlich begründet und sollte ein Grund sein die verantwortlichen Politiker abzuwählen.
    - Man kann natürlich auch die Energiequelle mit den geringsten Brennstoffkosten und den sachlich geringstem Risikopotential durch sachfremde Auflagen, Dokumentationspflichten, Zertifizierungspflichten unwirtschaftlich machen. Mit ähnlichen Auflagen wäre die Erdölförderung in Saudi Arabien auch unwirtschaftlich.

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