Energie

Windradbauer
Senvion sucht Heil im Ausland

Während in Deutschland die Marktanteile bröckeln, geht es international für Senvion allmählich voran. Der Hamburger Windradbauer liefert erstmals Turbinen nach Irland. Bald soll der Sprung in weitere neue Märkte folgen.
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DüsseldorfZuhause weht Senvion-Chef Jürgen Geißinger ein rauer Wind entgegen. Aufgebrachte Betriebsräte und Gewerkschafter demonstrierten vergangene Woche gegen seine Sparpläne vor der Konzernzentrale in Hamburg. Rund 660 Stellen will Geißinger bei Deutschlands viertgrößtem Hersteller von Windturbinen streichen und drei Betriebsstätten im Norden der Republik dichtmachen. Die Arbeitnehmervertreter schwören die Belegschaft nun auf einen erbitterten Widerstandskampf ein.

Geißinger sieht sein konzernweites Effizienzprogramm „Move Forward“ dagegen als „unvermeidlich“ an, um den Konzern wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Denn gerade im Heimatmarkt kämpft Senvion mit schwindenden Aufträgen und bröckelnden Marktanteilen. Geißinger will daher verstärkt im Ausland punkten. Nun kommt er bei seiner Expansion in neue Märkte allmählich voran.

Konkret hat Senvion seinen ersten Vertrag in Irland unterzeichnet. Demnach liefern die Hamburger fünf Turbinen mit einer Kapazität von zusammengerechnet 10,25 Megawatt für den Teevurcher-Windpark in der zentralirischen Grafschaft County Meath. „Der Vertrag für den Windpark Teevurcher ist ein wichtiger Meilenstein, der die globale Wachstumsstrategie von Senvion klar verdeutlicht“, sagte Geißinger dem Handelsblatt.

Der Senvion-Chef sieht Irland als Markt mit vielversprechenden Möglichkeiten. Der Markteintritt auf der Insel gelingt Geißinger zwar nur mit einem vergleichsweise kleinen Windpark, der rein rechnerisch jährlich kaum mehr als 7.000 Haushalte mit Strom versorgt. Aber als Vertragspartner konnte Senvion bereits zum zweiten Mal den Ökoenergie-Investmentfonds NTR gewinnen. Geißinger darf daher hoffen, weitere Aufträge von den Iren zu erhalten. Jedenfalls will er die Zusammenarbeit mit NTR „vertiefen“.
Senvion hat 2017 zu einem Übergangsjahr erklärt, in dem die Grundlage für neues Wachstum geschaffen werden solle.

Dieses Jahr dürfte der Umsatz um etwa 100 Millionen Euro auf 2,1 Milliarden Euro schrumpfen und die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 9,3 auf 8,5 Prozent absacken. Der Grund für den Schwund bei Erlös und Ertrag: Die Hamburger haben in den vergangenen Jahren Forschung und Innovationen vernachlässigt.

So hat Senvion beispielsweise unter der Führung von Geißingers Vorgänger Andreas Nauen, den Trend hin zu sogenannten Schwachwindanlagen verschlafen, die auch in Gebieten mit geringen Windgeschwindigkeiten noch sichere Energieerträge bieten. Nicht zuletzt deswegen ist der Umsatz mit Windrädern an Land bei Senvion hierzulande im vergangenen Jahr auf 420 Millionen Euro eingebrochen. Zum Vergleich: 2015 setzte Senvion in Deutschland noch 518 Millionen Euro um.

Nach einer Konsolidierungsphase soll es bei Senvion aber spätestens 2019 merklich aufwärtsgehen. Konzernchef Geißinger will den Umsatz in zwei Jahren auf mehr als 2,6 Milliarden Euro in die Höhe treiben. Die Basis für das Wachstum sollen Markteintritte in weitere Märke bilden. So steht Senvion etwa kurz vor dem Sprung in Märkte wie Indien oder Chile, weitere Schwellenländer sollen alsbald folgen.

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  • Trump macht die Spielregeln neu und streicht die Subventionen für die marktunfähige Wind- und Solarlobby. Trump setzt in Zukunft wieder auf die markfähige Kohle, Gas, Oel und Kernkraftbranche. Die ohne Subventionen und Mehrbelastung des Strom-Energieverbraucher auskommt. Wind- und Solar werden 2017 ihr Abschiedsjahr haben.

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