Energie

Zwischenbericht
Eon macht Anlegern wenig Freude

Wenig überraschendes von Eon: Der Düsseldorfer Energieversorger bleibt mit seinen schlechten Zahlen immerhin innerhalb seiner Erwartungen. Den Ausblick auf das Gesamtjahr konkretisierte Unternehmenschef Johannes Teyssen.
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DüsseldorfFür die Anleger ist es ein Dämpfer mit Ansage: Wie der Düsseldorfer Energieversorger Eon am Mittwoch mitteilte, schrumpfte der Konzernüberschuss in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um drei Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Der für die Berechnung der Dividende maßgebende nachhaltige Konzernüberschuss stürzte gar um 53 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro und lag damit aber immerhin innerhalb der Erwartungen des Düsseldorfer Konzerns.

Für 2013 erwartet der Konzern nun ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 9,2 bis 9,3 Milliarden Euro, das damit am unteren Ende der von Eon kommunizierten Bandbreite von 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro liegt. „Für den nachhaltigen Konzernüberschuss können wir die ursprüngliche Bandbreite von 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro ebenfalls konkretisieren und gehen nun von 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro aus“, hieß es in einem Brief Teyssens an die Eon-Aktionäre.

„Vor allem unser traditionelles Kraftwerksgeschäft leidet nach wie vor unter Verwerfungen des Marktes.“ Der Stromabsatz von Eon sank in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent. Der Umsatz im Segment Erzeugung purzelte im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Der Energieversorger hat bereits einige Gaskraftwerke abgeschaltet, weil sie aufgrund geringer Betriebszeiten nicht mehr rentabel waren.

So dominierten bei der Stromerzeugung der Düsseldorfer weiterhin konventionelle Kraftwerke wie Kohle- und Atomkraftwerke.

Der Anteil der Erneuerbaren an der Energieproduktion stieg zwar leicht von 15,7 Prozent 2012 auf 16,5 Prozent in den vergangenen neun Monaten. Absolut jedoch sank die Produktionsmenge von 21,4 Milliarden Kilowattstunden auf 21,1 Milliarden Kilowattstunden.

Bei Investitionen in Erneuerbare Energien hielt sich Eon zurück. Obwohl die Investitionen im Berichtszeitraum 2013 um zwei Milliarden Euro über dem Vorjahresniveau lagen, steckten die Düsseldorfer satte 41 Prozent weniger Geld in den Ausbau der regenerativen Energiequellen.

Mehr als die Hälfte der gesamten Investitionen konzentrierte sich hingegen auf das Geschäft in den Ländern außerhalb der EU. 234 Millionen Euro (Vorjahr: 185 Mio Euro) seien dabei auf Russland entfallen, insbesondere im Rahmen des Neubauprogramms. 3,2 Mrd Euro habe Eon in die neuen Beteiligungen in Brasilien und der Türkei investiert.

Die Aufräumarbeiten von Eon-Chef Johannes Teyssen zeigen sich nicht nur bei der Veräußerung von Unternehmensteilen. Die Zahl der Mitarbeiter sank allein in den ersten neun Monaten des Jahres um elf Prozent auf 64.225.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • Finanzexperten erwarten für die Zukunft von E.ON nichts gutes:
    Der erwartete Gewinn der pro Aktie soll sich
    von 2,2 Euro pro Aktie im Jahr 2012
    auf 1,2 Euro pro Aktie im Jahr 2014 halbieren.

    E.ON erwirtschaftete im Jahre 2011 einen Verlust von 1,16 Euro pro Aktie
    und schüttete dennoch eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie aus.

    Im Jahr 2012 gab es 1,16 Euro pro Aktie davon wurden 1,10 Euro an
    die Aktionäre ausgeschüttet.
    Die Eigenkapitalbasis schrumpft seit vielen Jahren.
    2006 betrug sie noch 37,6% 2012 weniger als 25%.

    Dieser Konzern lebt auf Substanz.
    Er kann nicht mehr investieren wenn er mehr an die Aktionäre ausschüttet als er erwirtschaftet.
    Nicht nur die Endlagerung sondern auch den Abriss der Ruinen der Atomkraftwerke wird somit auch der Steuerzahler finanzieren müssen.

    E.ON betreibt jedoch keineswegs nur Kernkraftwerke.
    E.on ist aber inzwischen auch der achtgrößte Betreiber von Windkraftanlagen der Welt und der drittgrößte Betreiber von Offshore-Windparks.

    Reinhold Scheuring ist im Hauptberuf der Leiter des Kernkraftwerks in Grafenrheinfeld. Nebenbei klagt er lautstark über "riesige, sich drehende Monster" die angeblich seine Gesundheit gefährden.

    Der Niedergang des eigenen Arbeitgebers scheint diesen
    'Kämpfern gegen die drehenden Riesen'
    ebensowenig zu kümmern wie die Klimakatastrophe, die Meinung
    der Mehrheit der Bevölkerung, oder wissenschaftlich gesicherte Fakten
    zur Windkraft - ob diese nun vom angesehenen Fraunhofer Institut
    oder von der Weltgesundheitsorganisation WHO stammen.

    Er und seine Anhänger blockieren schon einmal Waldwege zu Info-Veranstaltungen so daß die Polizei einschreiten muß.

    In der Zeitung für kommunale Wirtschaft ist zu lesen:

    KKW-Leiter fällt negativ auf
    Bei einer Infoveranstaltung zu einem Windpark bei Haßfurt (Bayern) stört der Leiter des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld mit einer Gruppe von Demonstranten.
    http://www.zfk.de/newsticker/artikel/kkw-leiter-faellt-negativ-auf.html




  • E.ON ist doch selber daran schuld! Die wollten die totale Energiewende. E.ON wollte und will gegen jegliche physikalische und damit auch ökonomische Vernunft ein Energieversorungsnetz aus den sog. Erneuerbaren Energien (Wind, Sonne, Biomasse, Speicher). Das dieses EE-System einen Kohle, Gas und Kernkraftwerk bei weiten unterlegen ist, dass wusste E.ON schon IMMER. E.ON wird an dieser Energiewende-Ideologie zu grunde gehen. Wie übrigends ganz Deutschland mit der Energiewende zu grunde geht!

  • Die Energiewende macht nicht nur den Energiekonzernen wenig freude, sie macht auch den Bürgern, Stadtwerken, Industrieunternehmen, etc. wenig Freude.... Die einzigen die sich freuen dürfen, sind linke alt 68er oder deren Abkömlinge..
    Man muss den Medien eine Mitschuld an der überhasteten Energiewende nach Fukushima geben. Die Hysterie und die Berichterstattung über die Laufzeitverlängerung der Regierung Merkel im Jahre 2010 waren maßgeblich für das damalige Wendehalsprojekt.
    Dass sich die Medien jetzt bequem zurücklehnen und über eine möglicherweise gescheiterte, aber zumindest sehr schiefligende Energiewende im Zusammenhang mit politischem unvermögen berichten ist schon sehr verlogen und hinterlistig !

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