Die 50 größten Industrie-Unternehmen
Branche des Jahres: Energie

Öl, Gas und Stahl dominieren die Welt. Energie- und Rohstoffkonzerne stellen alle übrigen Branchen in den Schatten. 15 der 50 umsatzstärksten Konzerne handeln mit endlichen und deshalb immer kostbareren Rohstoffen. 21 der 50 an der Börse wertvollsten Unternehmen verdanken ihre herausragende Stellung dem rasanten Höhenflug der Rohstoffpreise. Droht da eine Blase zu platzen?

Im Grunde genommen erlebt die Rohstoffbranche nur ein Comeback aus den 70ern. Auf dem Höhepunkt der Ölkrise - damals nicht von hoher Nachfrage, sondern knappem Angebot getrieben - fanden sich Exxon, Texaco und Mobil ganz oben in den Hitlisten wieder.

Als sich Öl in den 80er und 90er Jahre dramatisch verbilligte und gleichzeitig die klassische Schwerindustrie an Bedeutung verlor, startete der Siegeszug der Informationstechnologie. Für kurze Zeit bauten die USA ihre eigentlich schon schwindende Dominanz noch einmal aus. Die meisten HighTech-Firmen sind im kalifornischen Silicon Valley beheimatet. Als die Erwartungsblase an der Börse platzte, übernahm aber Energie wieder den vordersten Platz. Der von neun auf knapp 150 Dollar gestiegene Ölpreis und der Boom fast aller übrigen Rohstoffe lassen Umsätze und Gewinne sprudeln.

Dominierte vor 35 Jahren Big Oil Amerika, so verteilt sich der Kuchen jetzt auf viele Rohstoffe und nicht mehr nur auf die USA. Neben Europa wetteifern Staatskonzerne aus Russland, China und Saudi-Arabien um Absätze. Bei drei der weltweit fünf teuersten Unternehmen lenken Politiker die Geschicke.

Dass den Energiekonzernen noch einmal dasselbe Schicksal droht und sie womöglich ebenso abstürzen wie die Technologiefirmen, glauben Experten nicht. Selbst ein möglicher Preisverfall von 50 Prozent ändert an der Einschätzung nichts. Öl wäre dann immer noch siebenmal so teuer wie vor zehn Jahren.

"Entscheidend ist, dass der knapper werdende Rohstoff stärker nachgefragt wird. Langfristig geht der Preistrend nach oben", sagt Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. Das Institut verglich die wertvollsten Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten miteinander. "Damals waren High-Tech-Firmen extrem überteuert, Ölfirmen sind es heute aber nicht", hebt Streich den größten Unterschied zwischen beiden Branchen hervor.

Bezahlten Investoren vor der Jahrtausendwende Technologiekonzerne wie den Netzausrüster Cisco - einst wertvollste Firma - an der Börse mit dem 50-fachen Jahresgewinn, so akzeptiert die Börse heute für die wertvollsten Ölkonzerne weniger als den zehnfachen Jahres-Nettogewinn. Erträge und Aktienkurse bewegen sich nahezu gleichförmig nach oben, wobei die Kurse den Gewinnen etwas hinterherlaufen.

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