Fusionswelle
Zukäufe können sich rächen

Die Übernahmewelle der vergangenen Jahre hinterlässt tiefe Spuren in den Bilanzen führender deutscher Konzerne. Geschäfts- und Firmenwerte (sogenannter Goodwill) summieren sich inzwischen auf 152 Mrd. Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 117 Mrd. Euro. Das ergibt sich aus dem Handelsblatt-Firmencheck mit 124 Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen aus den Börsensegmenten Dax, MDax, SDax und TecDax.

DÜSSELDORF. Pro Unternehmen schlummern jetzt im Schnitt 1,24 Mrd. Euro Goodwill in den Bilanzen. Acht Konzerne, angeführt vom Marktforscher GfK, haben sogar mehr Goodwill als Eigenkapital gebucht.

Goodwill entsteht bei Übernahmen, wenn der Kaufpreis über dem Zeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden liegt. Probleme mit dieser Bilanzposition bekommen die Unternehmen dann, wenn sich die mit den Zukäufen verbundenen Geschäftserwartungen nicht erfüllen und die Kaufpreise sich daher als überhöht erweisen. Dann muss Goodwill abgeschrieben werden zulasten des Gewinns - und zwar zeitnah. Denn nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS, nach denen die meisten kapitalmarktorientierten Unternehmen heute bilanzieren, ist die Werthaltigkeit des Goodwills ständig zu überprüfen und muss bei Bedarf korrigiert werden.

Spektakuläre Beispiele für solche Korrekturen lieferten Kommunikationskonzerne wie Vodafone oder die Deutsche Telekom. Beide hatten in Zeiten des Börsenbooms um 2000 zu Spitzenpreisen zugekauft, mussten in der anschließenden Flaute aber im zweistelligen Milliardenbereich abschreiben.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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