500 Mill. Euro
1 000 Firmen müssen unter Heros-Skadal leiden

Der den Betrugsskandal beim Geldtransport-Unternehmen Heros hat nach Einschätzung des Insolvenzverwalters bis zu 1 000 Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen, die Heros ihr Geld anvertraut hatten. Die Firmen werden wohl noch lange auf ihr Geld warten müssen.

HB HANNOVER. „Die genaue Zahl können wir nicht beziffern. Es sind auf jeden Fall viele hundert Firmen, und hinter einzelnen Anspruchstellern stehen möglicherweise eine Reihe weiterer“, sagte Manuel Sack am Freitag und bestätigte einen Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Insgesamt hätten die Unternehmen einen Schaden von rund 500 Mill. Euro geltend gemacht.

Von dieser Summe sind noch 140 Mill. Euro vorhanden, die Heros in den letzten Tagen vor der Insolvenz von Kunden abgeholt hatte. Die Bundesbank hat den Betrag sichergestellt; er wird nicht mit der Insolvenzmasse vermischt. „Es ist ein unglaublicher Aufwand zu klären, wer Anspruch auf die 140 Mill. hat“, sagte der Fachanwalt für Insolvenzrecht. „Nach grober Schätzung geht es um 100 000 Geldsäcke, die in diesen Tagen eingesammelt worden sind.“

Fehlende Unterlagen erschwerten die Arbeit der Insolvenzverwalter und der Wirtschaftsprüfer. Deshalb sei eine kurzfristige Auszahlung an einzelne Anspruchsteller nicht möglich. „Viele der Kunden verstehen das nicht“, meinte Sack. Für einige kleinere Unternehmen sei das fehlende Geld möglicherweise existenzbedrohend. Auf die Justiz könnten zahlreiche Klagen zukommen.

Heros-Chef Karl-Heinz Weis und drei seiner Mitarbeiter sitzen wegen des Verdachts der Unterschlagung und Untreue in Untersuchungshaft. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei mutmaßliche Mitwisser: Die Mitarbeiterin einer Tochterfirma soll ihre Vorgesetzten erpresst haben, und ein leitender Angestellter des Handelskonzerns Rewe soll die Manipulationen mit den Geldern des eigenen Unternehmens gedeckt haben.

Insolvenzverwalter Sack verhandelt nach eigenen Angaben mit etwa 10 Interessenten wegen einer Übernahme der insolventen Heros-Gruppe. Er hoffe, dass das größte deutsche Geldtransport-Unternehmen nicht zerschlagen werden muss. Bis Ende April soll der neue Investor feststehen.

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