Ab dem kommenden Jahr fällt das Prüfmonopol
TÜV und Dekra kämpfen um Industriekunden

Die deutschen Prüforganisationen rechnen für das kommende Jahr mit einem scharfen Wettbewerb im Industriekunden-Geschäft. „Wir wollen flächendeckend angreifen“, sagte Dekra-Chef Klaus Schmidt dem Handelsblatt. „Wir werden einige Aufträge in unserer Stammregion verlieren und dafür neue Kunden in ganz Deutschland gewinnen“, kontert TÜV-Süd-Chef Peter Hupfer.

MÜNCHEN. 2006 fällt in Deutschland nach über 100 Jahren das TÜV-Monopol für „überwachungsbedürftige Anlagen.“ Damit wird der Wettbewerb im Prüfgeschäft für Aufzüge, Chemiewerke oder Kraftwerke eröffnet. Experten schätzen, dass es in Deutschland rund eine Million dieser Anlagen gibt, das Marktvolumen wird auf über eine Mrd. Euro beziffert. Europaweit geht es nach Berechnungen der Dekra um ein Marktvolumen von vier bis fünf Mrd. Euro.

Nachdem das Monopol für die Prüfung von Autos und Lastwagen hier zu Lande Anfang der Neunzigerjahre abgeschafft wurde, ist das Industrieprüfgeschäft das letzte Monopol der Überwachungsvereine. Neben den drei großen deutschen TÜV-Organisationen TÜV Süd, TÜV Nord und TÜV Rheinland will vor allem die Stuttgarter Dekra in das Geschäft. Rund drei Dutzend weitere Unternehmen bemühen sich derzeit bei den Länderbehörden um eine entsprechende Lizenz. Die Erwartungen sind hoch: Dekra-Chef Schmidt peilt alleine in Deutschland bis 2010 einen zusätzlichen Umsatz in Höhe von 200 Mill. Euro pro Jahr für sein Unternehmen an.

Um sich für das Geschäft zu wappnen, wird kräftig akquiriert. So kaufte die Dekra zu Beginn dieses Jahres den drittgrößten französischen Industrieprüfer Norisko. „Wir haben uns mit der Übernahme hervorragend auch für das deutsche Geschäft gerüstet“, sagt Dekra-Chef Schmidt. Und auch der TÜV-Süd hat sich in diesem Jahr verstärkt. Die Münchener übernahmen das konzerneigene Prüfteam der Bayer-Werke und wollen sich vor allem auf die Chemiebranche konzentrieren. „Wir sind bereit, wenn andere große Unternehmen ähnliche Bereiche abgeben wollen“, sagt Hupfer. Der Manager schätzt den Weltmarkt für Prüfungsleistungen in der Chemieindustrie auf 1,3 Mrd. Euro.

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