Adidas und Puma bei RTL
Drei Streifen, zwei Brüder, eine Fehde

Der Bruderzwist zwischen Adolf und Rudolf Dassler fasziniert seit Jahrzehnten. Doch erst jetzt kommt der Streit der Gründer von Adidas und Puma ins TV. Die Sportkonzerne sind nicht unbedingt glücklich mit dem Film.

München/HamburgEs war der „Weltfriedenstag“ 2009. Nach 60 Jahren erbitterter Rivalität gingen Adidas und Puma erstmals aufeinander zu. Gemeinsam standen an jenem Septembertag Mitarbeiter beider Konzerne auf dem Fußballplatz. In zwei gemischten Teams lieferten sich die Beschäftigten ein munteres, allzeit faires Spiel. Mit dabei auf dem Feld: Adidas-Boss Herbert Hainer und der damalige Puma-Chef Jochen Zeitz. Die PR-Strategen der beiden Sportausrüster verkündeten einen „historischen Handschlag“.

Der Friede von Herzogenaurach – er währte nicht lange. Heute stehen sich die beiden größten Sportkonzerne Europas so unversöhnlich gegenüber wie eh und je. Die Firmen duellieren sich vor Gericht, sie gönnen sich gegenseitig keinen Zentimeter Raum in den Regalen der Sportläden.

So war es fast immer seit Ende der 40er Jahre: Puma und Adidas streiten seit Jahrzehnten. Um den Ursprung des Zwists zwischen Puma-Gründer Rudolf Dassler und Adolf, genannt Adi, Dassler ranken sich viele Gerüchte.

Da heißt es, Rudolf habe seinem Bruder nie verziehen, dass dieser nicht in den Krieg ziehen musste. Rudolf wiederum soll 1940 ein Verhältnis mit Adolfs Frau Käthe gehabt haben. Wie dem auch sei: Betrieben die Geschwister vor dem Zweiten Weltkrieg noch gemeinsam eine Schuhfabrik, so gingen sie in der Nachkriegszeit getrennte Wege. Rudolf gründete 1948 Puma, Adolf zog ein Jahr später mit Adidas nach.

Beide Firmen entwickelten sich gut, aber Adidas meist ein bisschen besser als Puma. Heute ist die Marke mit den drei Streifen weltweit die Nummer zwei hinter Nike und etwa fünfmal so groß wie Puma.

Eigentlich ein Wunder, dass diese Story noch nie als Spielfilm im Fernsehen zu sehen war. Doch das ändert sich nun: Auf RTL läuft am Karfreitag um 20.15 Uhr das TV-Movie „Duell der Brüder“, das die Geschichte von Adolf und Rudolf Dassler, aber auch die ihrer Firmen Adidas und Puma zwischen 1924 und 1954 nachzeichnet.

Das Vorhaben vorangetrieben hat Uwe Kersken. Der wurde über einen Zweiteiler zur Geschichte des Fußballs auf die Dasslers aufmerksam, den er 2005 zusammen mit Marc Brasse für „Spiegel TV“ drehte. Damals beschäftigte sich der Dokumentarfilmer und Produzent erstmals, wenn auch nur am Rande, mit den Sportschuhfabrikanten aus der fränkischen Provinz. Vor zwei, drei Jahren erinnerte sich der heute 66-Jährige wieder an die Geschichte der beiden verfeindeten Brüder. Er wurde mit der Story bei RTL vorstellig. Der Sender sprang sofort an.

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