Air Berlin gerät unter Druck
Luftfahrtbundesamt will Etihad Flugrechte entziehen

Die Zusammenarbeit von Air Berlin und Etihad nützt beiden Airlines: Die Flüge der Deutschen sind besser ausgelastet, die Araber können ein größeres Streckennetz anbieten. Doch nun stehen 30 Kooperationsflüge vor dem Aus.
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BerlinDas Luftfahrtbundesamt will der arabischen Fluggesellschaft Etihad wichtige Flugrechte entziehen. Eine entsprechende schriftliche Ankündigung der Bundesbehörde hat Etihad Anfang August erhalten, wie das Handelsblatt (Dienstagsausgabe) aus Verhandlungskreisen erfuhr. Die Flugrechte seien entgegen den bestehenden Luftverkehrsabkommen genehmigt worden, hieß es zur Begründung.

Der Streit dreht sich um rund 30 sogenannte Code Share-Verbindungen, und damit rund die Hälfte der Kooperationsflüge, die zwar Air Berlin durchführt, die der Großaktionär Etihad aber mit einer eigenen Flugnummer deklariert. Dies hat für beide Vorteile: Flüge von Air Berlin können besser ausgelastet werden; Etihad kann seinen Kunden ein größeres Streckennetz anbieten. Unter die beanstandeten Verbindungen gehören vor allem Flüge von Berlin ins europäische Ausland.

Nach Informationen des Handelsblatts hat es inzwischen mehrere Gespräche im Bundesverkehrsministerium gegeben, darunter auch ein Treffen von Etihad-Vertretern mit Minister Alexander Dobrindt. Dabei habe Etihad auf die Bedeutung der Code Share-Flüge für Air Berlin verwiesen.

Weder das Ministerium oder Luftfahrtbundesamt, noch Air Berlin und Etihad wollten sich offiziell zu Details äußern. „Da es sich um ein laufendes Verwaltungsverfahren handelt“, könne das Ministerium „diesbezüglich keine Stellung nehmen“, erklärte ein Sprecher auf Anfrage. Bei Etihad hieß es: Man sei in laufenden Verhandlungen mit dem LBA und könne nicht über den Ausgang oder mögliche Folgen spekulieren.


Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Air Berlin gerät unter Druck: Luftfahrtbundesamt will Etihad Flugrechte entziehen"

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  • Wenn der Amtsschimmel wiehert
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    Das ist schon ein starkes Stück, was hier die Beamten vom LBA leisten. Das ist Protektionismus.
    Oder ist ihnen Air Berlin ein Dorn im Auge?

    Aber bei dem Staatsbetrieb "Lusthansa" sehen die Staatsbeamten natürlich keinen Handlungsbedarf.

  • Das Verhalten des Luftfahrtbundesamtes kann nur als skandalös bezeichnet werden. Schon jetzt wird die LH bei der Vergabe von Slot-Zeiten massiv bevorteilt. Die Beamten des Luftfahrtbundesamtes werden jedoch mit den Steuergeldern von Leuten bezahlt, die zum Teil auf einen funktionierenden Wettbewerb und Alternativen im Luftverkehr angewiesen sind. Angesichts der Dauerstreikerei bei der Lufthansa ist mehr Konkurrenz im deutschen Luftverkehr nur zu begrüßen. Ich erwirtschafte z. B. den größten Teil meiner Steuern im Ausland und war nun schon oft genug Streikopfer und bedaure sehr, dass Air Berlin viele für Geschäftsreisende interessante Verbindungen eingestellt hat. Sollte das Luftverkehrsamt weiterhin seine Macht zur Durchsetzung protektionistischer Maßnahmen missbrauchen, so sollte den verantwortlichen Beamten und Politikern das Gehalt und die Pensionen gestrichen werden, um zumindest auf diesem Wege Steuern zu sparen. Sorry für diese Polemik. Aber ich habe den Eindruck, dass man in Deutschland nur noch als Steuersklave angesehen wird, der mind. die Hälfte des Jahres für einen Staat arbeitet, der einem im Gegenzug nichts zurück gibt, sondern nur noch mehr Steine in den Weg legt.

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