Airline-Fusion
Aeroflot kauft Transaero für einen Euro

Russlands größte Staatsairline Aeroflot übernimmt die Kontrolle über Transaero. Damit entsteht zwar ein neuer Gigant der Luftfahrt. Doch die erworbene Discount-Airline ist hoffnungslos verschuldet.

MoskauAbflug in neue Höhen oder Absturz wegen Überladung? Die russische Staatsairline Aeroflot bekommt die Kontrolle über ihren schärfsten innerrussischen Rivalen Transaero. Für 75 Prozent plus eine Aktie zahlt Aeroflot die symbolische Summe von einem Rubel (umgerechnet 1,3 Cent). Die Entscheidung über den Verkauf fiel auf einer Regierungssitzung unter Vorsitz des Vizepremiers Igor Schuwalow.

Mit der Neuerwerbung steigt Aeroflot zum Giganten der Lüfte auf: Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Rossija, Orenavia, Pobeda, Donavia und Aurora beförderte sie in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als 22 Millionen Passagiere. Mit Transaero erhöht sich diese Zahl auf knapp 30 Millionen Fluggäste, das entspricht 56,5 Prozent des russischen Luftfahrtmarkts.

Die nächstgrößeren Konkurrenten in Russland, Sibir und UTAir, haben dagegen nur Marktanteile von 8,6 und sechs Prozent. Vom russischen Kartellamt wird es trotzdem keinen Einwand geben. Dessen Chef Igor Artemjew erklärte, es handle sich um eine Regierungsentscheidung, die seine Behörde umzusetzen habe. Es werde allenfalls kleinere Korrekturen geben: „Vielleicht werden wir Strukturforderungen stellen, also Aeroflot bitten, einen Teil ihres Routennetzes zu verkaufen, wo sie infolge der Fusion mit Transaero Monopolstellung erreicht hat“, sagte Artemjew.

Tatsächlich dürfte Aeroflot genug Probleme mit dem „Geschenk“ der Regierung haben. Transaero, 1990 als eine der ersten privaten Airlines in Russland entstanden, war zuletzt in massive Turbulenzen geraten. Allein im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen einen Verlust von umgerechnet 113 Millionen Euro.

Die Schulden wuchsen den Hauptaktionären um Generaldirektorin Olga Pleschakowa über den Kopf. Von den Ende 2014 ausgewiesenen 2,1 Milliarden Euro Schulden waren mehr als die Hälfte kurzfristig an die Banken zurückzuzahlen. Hauptschuldner sind die staatlichen Geldinstitute Sberbank und VTB. Insgesamt könnte der Schuldenberg laut der Tageszeitung „Kommersant“ inzwischen sogar knapp 3,5 Milliarden Euro betragen: Auch gegenüber Leasinggesellschaften und Treibstoffversorgern war die Fluggesellschaft im Rückstand.

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Aeroflot kauft Transaero für einen Euro

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Ein Opfer des Rubelverfalls

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