Airline hofft auf schwarze Zahlen Ende des Jahres
SAS bleibt trotz neuer Verluste optimistisch

Der skandinavische Flugkonzern SAS Group hat im ersten Quartal 2005 erneut einen Verlust eingeflogen, erwartet aber für das Gesamtjahr einen Gewinn.

dp DÜSSELDORF. Der Vorsteuerverlust sank im Vergleich zum ersten Quartal 2004 um 17 Prozent auf 1,3 Mrd. schwedische Kronen (rund 141 Mill. Euro), teilte das Unternehmen mit Sitz in Stockholm gestern mit. Der

Umsatz stieg um 13,6 Prozent auf 13 Mrd. Kronen, die Passagierzahl um 0,8 Prozent auf 7,3 Millionen.

Die Verbesserung beim Ergebnis kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fluggesellschaft, die von den Regierungen Dänemarks, Norwegens und Schwedens kontrolliert wird, noch im tiefroten Bereich fliegt. Das Quartalsergebnis „reflektiert insoweit das nach wie vor von negativen Belastungsfaktoren geprägte Marktumfeld“, sagt Ulrich Horstmann, Luftfahrt-Analyst bei der Bayerischen Landesbank.

David Henderson von der AEA (Association of European Airlines) erwartet für die Mitglieder seines Verbandes, die fast die gesamte europäische Luftfahrtindustrie repräsentieren, im Gesamtjahr 2004 zusammen einen moderaten konsolidierten Überschuss von 900 Mill. Dollar.

SAS-Chef Jørgen Lindegaard sagte gestern, er wolle SAS bis Ende dieses Jahres in die schwarzen Zahlen zurückführen – eine Zielvorgabe, die Analyst Horstmann skeptisch beurteilt. Auch wenn das Unternehmen Erfolge beim Abbau der Kosten erreicht habe, entsprächen seine „Kostenstrukturen noch nicht dem Stand der globalen Wettbewerbsfähigkeit“. Auch 2004 hatte Lindegaard zum Jahresauftakt die ersten schwarzen Zahlen angekündigt, dieses Ziel aber mit einem Minus von knapp zwei Mrd. Kronen deutlich verfehlt.

Immerhin gelang es dem dänischen Manager Lindegaard, die noch Anfang 2004 drohende Bruchlandung der SAS bisher abzuwenden. Ob die skandinavische Traditionsfluggesellschaft aber auf Dauer selbstständig bleiben wird, bleibt offen. Denn der überfällige Prozess der Marktbereinigung unter den europäischen Fluggesellschaften zeigt erste Ergebnisse. Bislang verläuft die Übernahme der niederländischen KLM durch Air France offensichtlich programmgemäß.

Einen zweiten Markstein in der Konsolidierung hat die Lufthansa mit der Übernahme der seit Jahren am Rande der Pleite dahinfliegenden Swiss gesetzt. Offen ist noch das Schicksal der chronisch hochdefizitären Staatsflugline Alitalia.

Am Ende dürften sich unter den etablierten Fluggesellschaften in Europa drei große Konzerne als Marktführer herausbilden: Air France, British Airways und Lufthansa. „Ein realistisches Szenario“, urteilt Analyst Horstmann.

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