Aktienkurs reagiert positiv
Banken geben Karstadt positive Signale

Der angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle steht vor einem Durchbruch bei den entscheidenden Rettungsgesprächen mit den Banken. Aus Konzernkreisen wurde am Donnerstag bekannt, dass die Verhandlungen mit den Banken über eine Verlängerung der Kredite vor dem Abschluss stehen.

HB ESSEN. Dabei seien für die Sanierung des Essener Unternehmens ausreichende Lösungen gefunden worden, hieß es weiter. Als eine der ersten Banken hatte sich bereits die WestLB zur weiteren Zusammenarbeit mit dem angeschlagenen Handelskonzern bekannt. „Wir sind in Gesprächen mit Karstadt-Quelle, wie wir den Umstrukturierungsprozess des Unternehmens auch künftig begleiten werden“, hatte ein Banksprecher schon am Vortag erklärt. Zur Höhe des Engagements und zum Gesprächsstand machte er keine Angaben.

Wie in Bankenkreisen verlautete, ist die Verlängerung mehrerer Kreditlinien von sechs Monaten auf drei Jahre im Gespräch. Dem Vernehmen nach fordern die Kreditinstitute aber im Gegenzug vom Management eine Art Geschäftsplanung für die kommende Jahre. Bei den Gesprächen sind angeblich Vertreter von sieben Großbanken eingebunden, darunter auch die Bayerische Landesbank und die Dresdner Bank. Zudem solle die Line auf 1,75 bis 2,0 Milliarden Euro von derzeit 1,6 Milliarden Euro erhöht werden. Eine Verlängerung und Ausweitung der Kreditlinie würde Karstadt-Quelle deutlich mehr Luft für die Finanzierung der geplanten Sanierungsschritte geben.

Parallel zu den Bankengesprächen drängt der Konzernvorstand auf eine rasche Einigung mit Betriebsrat und Gewerkschaften. Bereits bis Mitte Oktober soll dies aus Sicht der Unternehmensleitung erreicht sein. Die Gewerkschaft Verdi wollte sich in den vergangenen Tagen nicht auf einen Zeitplan festlegen. Der Gesamtbetriebsrat hatte von harten Verhandlungen gesprochen und eine rasche Einigung bezweifelt.

Die Gespräche der Unternehmensleitung mit dem Betriebsrat werden an diesem Freitag in Frankfurt/Main fortgesetzt. Die Arbeitnehmerseite ist zwar zum Verzicht auf übertarifliche Leistungen im Gegenzug zu einer Beschäftigungs- und Standortsicherung bereit. Die vom Vorstand geforderten längeren Arbeitszeiten oder betriebsbedingte Kündigungen lehnen Betriebsrat und Gewerkschaft hingegen kategorisch ab.

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