Aldi will nun Einkaufspreise für Butter und Schnittkäse senken
Discounter setzen Milchbauern unter Druck

Die Lebensmittel-Discounter erhöhen mit ihrer Marktmacht den Druck auf die Bauern und wollen die Milchpreise weiter drücken.

HB STUTTGART. Nachdem Marktführer Aldi, der allein jährlich mehrere hundert Millionen Liter Milch absetzt, die Einkaufspreise um etwa 1 Cent je Kilogramm gedrückt hatte, will nun auch der Branchenzweite Lidl in den Verhandlungen mit den Molkereien die Gunst der Stunde nutzen. Gut 2 Cent weniger als Aldi wollten die Neckarsulmer für H-Milch zahlen, berichtete die „Lebensmittelzeitung“ am Freitag.

Die Milchbauern versuchen seit Monaten, mit öffentlichen Protesten gegen den Preisverfall und die Marktmacht der Discounter vorzugehen. Nach Angaben des Bauernverbands ist der Milchpreis für die Bauern in diesem Frühjahr auf den tiefsten Stand seit 1977 gefallen.

Je Kilogramm Milch erhalten sie derzeit im Schnitt 27,7 Cent, 4,3 Cent weniger als noch 2001. Da die Milchbauern mehr Geld für Energie, Futtermittel und Sozialbeiträge ausgeben müssten, werde der Preissturz viele Landwirte in den Ruin treiben, kritisiert der Verband.

Und weiterer Druck droht: Bald verhandelt Aldi mit den großen Molkereien die Einkaufspreise für Butter und Schnittkäse. Gibt es Rabatte, werden Lidl & Co. ebenfalls an der Preisschraube drehen. Die Molkereien stehen mit dem Rücken zur Wand. Denn wer sich den Discountriesen widersetzt, dem droht dem Vernehmen nach meist die Verbannung aus den Regalen.

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