Alitalia macht täglich 1 Million Euro Verlust
Streik bringt Flugbetrieb bei Alitalia zum Erliegen

Ein auf zwölf Stunden angesetzter Streik bei der italienischen Fluggesellschaft Alitalia hat am Donnerstag zu einer weitgehenden Einstellung ihres Flugbetriebs geführt. Auch in Deutschland waren hunderte von Passagieren von dem Streik betroffen, teilte eine Sprecherin der Fluglinie am Donnerstag mit.

HB ROM. Die Alitalia-Mitarbeiter wollen mit dem Arbeitskampf ihrer Forderung Nachdruck verleihen, die Regierung solle eingreifen und einen Bankrott der Verlust machenden Firma verhindern. Bereits am Vortag war es zu sporadischen Streiks bei der staatlichen Fluggesellschaft gekommen, die daraufhin rund 140 Flüge streichen musste.

In Deutschland waren von dem Streik nach Angaben einer Alitalia-Sprecherin etliche hundert Passagiere betroffen. „Insgesamt sind am Donnerstag 13 Hin- und Rückflüge gestrichen worden“, sagte die Sprecherin. Allein für München vielen fielen vier Hin- und Rückflüge aus. Außerdem betroffen seien die Flughäfen in Frankfurt, Berlin, Stuttgart und Düsseldorf. Den Kunden würden Flüge anderer Fluggesellschaften oder aber die Rückzahlung der Tickets angeboten.

Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll im Laufe des Tages über ein schon seit längerem angekündigtes Paket von Hilfsmaßnahmen für die Alitalia beraten. Ob es beschlossen oder wieder verschoben wird, war zunächst offen. Nach den Bestimmungen der Europäischen Union (EU) dürfen staatliche Hilfen nur dem gesamten Transportsektor zu Gute kommen und nicht einem einzelnen Unternehmen. Daher könnte Alitalia von solchen Hilfen möglicherweise nur wenig profitieren.

Die Gesellschaft macht täglich rund 1 Million Euro Verlust. Für ihr Überleben bleibt wegen der zunehmenden Konkurrenz von Billiganbietern und der fortschreitenden Konsolidierung des Marktes nach Ansicht des Managements nur noch wenig Zeit. Vergangene Woche legte das Unternehmen einen weiteren Umstrukturierungsplan vor, der den Abbau von rund 3 200 der 20 000 Arbeitsplätze vorsieht. Die Gewerkschaften haben den Plan abgelehnt. Die Angestellten hätten damit den Preis für ein jahrelanges Missmanagement zu zahlen.

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