Allerdings sind die Aussichten düster
Sainsbury übertrrift Erwartungen

Die britische Supermarktkette Sainsbury legt überraschend gute Quartalszahlen vor. Allerdings fällt der Ausblick mau aus, vor allem weil die Finanzkrise die Branche stark belastet. Der Aktienkurs rutscht in einem schwachen Umfeld mit in die Tiefe.

HB DÜSSELDORF. Die drittgrößte Supermarkkette Großbritanniens Sainsbury sieht angesichts der Banken- und Finanzkrise schwere Zeiten auf den Einzelhandel zukommen. Das konjunkturelle Umfeld sei sehr schwierig und werde es auch für den Rest des Jahres bleiben, sagte Vorstandschef Justin King. Nicht zuletzt die Bankenkrise habe den Einzelhandelssektor stark gehemmt.

Der Konzern selbst habe sich im zweiten Quartal aber in dem schwierigen Umfeld behaupten können. Auf bereinigter Basis stieg der Umsatz in den zurückliegenden 16 Wochen um 4,3 Prozent. Damit übertraf Sainsbury die Erwartungen der meisten Analysten.

Sainsbury-Aktien brachen dennoch zeitweise um 17,9 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief ein und notierten am frühen Nachmittag noch mehr als zwei Prozent im Minus. Als Gründe für den Rückgang nannten Börsianer die Angst vor einem Wechsel der Sainsbury-Kunden zu günstigeren Anbietern und den möglichen Anteilsverkauf eines Sainsbury-Aktionärs.

Konzernchef Justin King warnte, das wirtschaftliche Umfeld sei weiterhin besonders schwierig. Er erwarte, dass dies auch im zweiten Halbjahr so bleibe. Das Angebot von Sainsbury gilt als höherwertiger und hochpreisiger als das von vielen seiner Rivalen. Marktforschern zufolge hat der Konzern gemeinsam mit dem Marktführer Tesco zuletzt Marktanteile an Rivalen verloren, die mit günstigeren Preisen in Verbindung gebracht werden.

Dazu zählen etwa Asda und Morrison sowie die Discounter Lidl und Aldi. Die Briten dämpfen ihre Ausgaben derzeit angesichts steigender Lebensmittel- und Treibstoffkosten, fallender Häuserpreise und einer unsicheren konjunkturellen Lage. Auf den Aktien von Sainsbury lasteten neben der Angst vor zunehmender Konkurrenz zudem Spekulationen, Sainsbury-Anteilseigener Robert Tchenguiz könnte seinen Anteil an Sainsbury veräußern. Sainsbury wollte dies nicht kommentieren, Tchenguiz war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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